Rheinland-Pfälzische Schulreform in Osthofen diskutiert – Staatssekretär Ebling stellt „Realschule plus“ vor/Landrat Görisch: „IGS in Osthofen schnell realisierbar“

Rheinland-Pfälzische Schulreform in Osthofen diskutiert – Staatssekretär Ebling stellt „Realschule plus“ vor/Landrat Görisch: „IGS in Osthofen schnell realisierbar“

OSTHOFEN – Die Vorsitzende der SPD Alzey-Worms, Landtagsabgeordnete Kathrin Anklam-Trapp hatte zu dieser Diskussion eingeladen, um Eltern sowie Lehrern die Schulform „Realschule plus“ näher zu bringen. Neben zahlreichen Besuchern aus dem umliegenden Wonnegau, begrüßte die Landespolitikerin in der Osthofener Realschulaula den Bildungsstaatssekretär Michael Ebling und Landrat Ernst-Walter Görisch. Die im Oktober 2007 von Bildungsministerin Doris Ahnen vorgestellte Schulreform in Rheinland-Pfalz nahm Anklam-Trapp zum Anlass, um mit Eltern, Lehrern und Verantwortlichen aus Landesregierung und Kommune gleichermaßen zu diskutieren.

Ein verändertes Bildungswahlverhalten und einen Nachholbedarf in qualifizierten Abschlüssen hat die Landesregierung veranlasst, das Bildungssystem in Rheinland-Pfalz zu reformieren, machte Michael Ebling in seinem Vortrag deutlich. Nicht nur der Rückgang der Schülerzahlen an den Hauptschulen, sondern auch die Veränderungen in der Gesellschaft, machen dieses Reformvorhaben unumgänglich. Die Schwerpunkte des rheinland-pfälzischen Schulsystems bilden dann künftig die Realschule plus, die integrierte Gesamtschule (IGS) und das Gymnasium. Der technische Fortschritt, die rapide Veränderung in der Wissenschaft und der demografische Wandel sind die Punkte, die „Rheinland-Pfalz dafür sorgen lässt, dass positive Strukturen in der Schulpolitik geschaffen werden“, so der Staatssekretär.  

Nach Ansicht von Bildungsministerin Ahnen sei es auch Ziel, dass die Quote der Schulabbrecher zurückgehen muss, „jeder Jugendliche soll einen qualifizierten Abschluss erhalten“, so Ebling. Mehr Berufsorientierung wird mit der Reform im Hauptschulbildungsgang stattfinden, die Übergänge zu anderen Bildungszweigen werden vereinfacht, auch der Erwerb der allgemeinen Fachhochschulreife über die „Realschule plus“ ist dann möglich. Das zweigliedrige System „Realschule plus“ soll bereits im März in einem Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht werden. Mit dem Schuljahr 2009/2010 kann dann die Schulreform an den Start gehen. Eine Überführungsphase wird es bis zum Schuljahr 2012/2013 geben. Hauptschulen sollen danach in andere Verbünde als „Realschule plus“ übergehen.   

Landrat Ernst Walter Görisch ist der Auffassung, dass die geplante Schulreform zwingend notwenig ist. Görisch machte kein Geheimnis daraus, „sie ist längst überfällig“ und „ich hätte mir diese Veränderung schon viel früher gewünscht“, machte er deutlich. Entscheidend und richtig für ihn ist, dass Schulen zusammengefasst werden. Nach einer vom Landkreis in Auftrag gegebenen Studie sei ein Einbruch bei der Wahl von Hauptschulen im Kreis festzustellen. Gerade mal 14 Prozent Zuspruch erhalten diese noch. Die Schülerzahl an Realschulen sei dabei unverändert auf gleichem Niveau, Gymnasien hätten dem entgegen einen höheren Zulauf.   Für den Schulstandort Osthofen stellte Landrat Görisch fest, dass hier bereits alle Weichen für eine vierzügige IGS mit gymnasialer Oberstufe gestellt seien. Alle dafür zuständigen Gremien sprachen sich für die Zusammenführung beider Schulen aus. „Am Schulstandort Osthofen sind wir schnell handlungsfähig“, so Görisch. „Eine Umsetzung ist schnell möglich und realisierbar“,  so der Landrat abschließend.  

Bild: v.l. Landrat Ernst Walter Görisch, Stadtrats- und SPD-Kreisvorstandsmitglied Alexander Ebert, SPD-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Kathrin Anklam-Trapp, Staatssekretär Michael Ebling und Osthofens SPD-Vorsitzender Hans-Hermann Seelig.

Alexander Ebert

Veröffentlicht am 18.02.2008 von Peter Martens