Weg für weitere IGS im Kreis geebnet – Kreistag stimmt Schulentwicklungsplan zu / Für neue Integrierte Gesamtschule in Osthofen

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Weg für weitere IGS im Kreis geebnet – Kreistag stimmt Schulentwicklungsplan zu / Für neue Integrierte Gesamtschule in Osthofen

ALZEY-WORMS (AZ) – Einstimmig hat der Kreistag die von Landrat Ernst Walter Görisch vorgelegte Konzeption zur neuen Schulstruktur gestern Nachmittag in seiner Sitzung gebilligt. Sie stellt die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes dar und wurde verwaltungsintern erarbeitet.

Landrat Ernst Walter Görisch hatte im Rahmen eines Pressegespräches mit dieser Zeitung bereits in groben Zügen die Inhalte der Studie präsentiert (wir berichteten). Zum weiteren Ablauf geht der Kreischef davon aus, dass die Landesregierung bis zum Jahresende das Gesetzgebungsverfahren zur neuen Schulstruktur beendet hat. Danach sollen Gespräche mit allen Schulträgern folgen. Die ersten Auswirkungen der neuen Schulstruktur dürften im Landkreis Alzey-Worms zum Schuljahresbeginn im August 2009 greifen. Demnach wird zu diesem Zeitpunkt, zusätzlich zum Standort Wörrstadt, die neue Integrierte Gesamtschule (IGS) in Osthofen ihren Betrieb aufnehmen. Dies sei im Wonnegau deshalb unproblematisch, weil sich Haupt- und Realschule für diese Schulform ausgesprochen haben, ein einstimmiger Beschluss des Stadtrates Osthofen vorliegt und die Stadt bereit ist, dem Landkreis die Gebäude der bisherigen Hauptschule zu übertragen.

Der Wunsch der Hauptschule Alzey, mit der Realschule im Gustav-Heinemann-Schulzentrum ebenfalls in einer IGS aufzugehen, wird wohl keine Berücksichtigung finden können. Dagegen sprechen das Raumprogramm, aber auch die Wechselproblematik von Schülern, die aus Leistungsgründen eines der Alzeyer Gymnasien verlassen. Sie können zwar in die „Realschule plus“ wechseln, nicht aber in die IGS eingegliedert werden.

Gerhard Kiefer begrüßte für die SPD die Vorlage der Konzeption und riet dazu, sorgfältig die Entwicklung zu beobachten, und in erster Linie vorhandene Schulstandorte und -gebäude zu nutzen.

Veröffentlicht am 13.03.2008 von Peter Martens


Biblis A: An Vereinbarungen halten – MdB Hagemann begrüßt Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes

RHEINHESSEN – „Die Restlaufzeiten bundesdeutscher Atomkraftwerke, darunter eben auch Biblis, sind zwischen rot-grüner Bundesregierung und der Stromindustrie im Jahr 2000 vereinbart worden und jetzt müssen die Betreiber Wort halten“, forderte der Bundestagsabgeordnete Klaus Hagemann (SPD) im Zusammenhang mit dem aktuellen Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes zum südhessischen Atomreaktor Biblis A. Das Gericht hatte die vom Betreiber RWE verlangte Übertragung von Reststrommengen vom stillgelegten Kernkraftwerk in Mülheim-Kärlich auf den Block Biblis A abgelehnt, was der SPD-Bundespolitiker ausdrücklich begrüßte.

In einem Schreiben an Bundesumweltminister Sigmar Gabriel fordert Hagemann bereits im vergangenen Jahr, dass die Reaktorblöcke Biblis A und B gemäß vereinbarter Reststrommengen spätestens 2008 beziehungsweise 2009 abgeschaltet werden. „Biblis A ist seit 1974 in Betrieb und damit der älteste deutsche Reaktor, der zugleich auch mit am meisten Pannen und Zwischenfälle in der Bundesrepublik aufweist“, betonte der SPD-Parlamentarier. Er erinnerte daran, dass Worms und die angrenzenden rheinhessischen Gebiete von einem Störfall in Biblis unmittelbar betroffen wären. Der Umweltminister solle deshalb beim vereinbarten Atomausstieg hart bleiben. Zudem sei Biblis nicht besonders gut gegen gezielte Terroranschläge und Flugzeugabstürze geschützt, da dies zum damaligen Bauzeitpunkt noch kein großes Thema war. Es sei generell nicht zu verantworten, dass Reststrommengen von jüngeren, sichereren Kraftwerken auf Biblis übertragen werden und damit die Laufzeit des südhessischen Meilers verlängerten. Die Sicherheit müsse hier oberste Priorität haben.   Der SPD-Politiker tritt für eine nachhaltige Energiewende ein. „Der Atomausstieg kann durch eine Steigerung der Energieeffizienz, den Ausbau Erneuerbarer Energien und eine Erneuerung des Kraftwerkparks mehr als kompensiert werden“. Für die Weiterentwicklung der Erneuerbaren Energien stelle der Bund jährlich Fördermittel in Höhe von rund 750 Millionen Euro mit steigender Tendenz zur Verfügung.  Bild: Das AKW vor der Haustür: Beim Besuch des für Umweltpolitik zuständigen stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, MdB Ulrich Kelber, wies ihn Klaus Hagemann auf die unmittelbare Nähe zu Worms und Rheinhessen hin und besuchte mit ihm Unternehmen in der Region, die im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig sind.

Veröffentlicht am 05.03.2008 von Peter Martens


Sozialdemokraten trauern um Annemarie Renger – Frank-Walter Steinmeier zum Tode von Annemarie Renger

BERLIN – Annemarie Renger, die heute nach langer, schwerer Krankheit verstorben ist, hat die Nachkriegsgeschichte der SPD und die frühen Jahre der Bundesrepublik entscheidend mitgeprägt. Der stellvertretende Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Bundesminister des Auswärtigen, Frank-Walter Steinmeier, würdigt die verstorbene ehemalige Bundestagspräsidentin Annemarie Renger.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, verneigte sich vor dem politischen Lebenswerk der Verstorbenen. Annemarie Renger habe die Nachkriegsgeschichte der SPD und die frühen Jahre der Bundesrepublik „entscheidend mitgeprägt“, so Steinmeier.

Annemarie Renger, 1919 in Leipzig in eine sozialdemokratische Familie geboren, war nach dem zweiten Weltkrieg Privatsekretärin und engste Vertrauten des damaligen SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher. Nach dessen Tod begann sie selbst politisch aktiv zu werden und zog in den Deutschen Bundestag ein. 1972 bis 1976 war sie die erste Sozialdemokratin und erste Frau an der Spitze des Parlaments: Ihr Ziel hatte sie damit erreicht, es war „bewiesen, dass eine Frau das kann“, hatte Annemarie Renger in der Rückschau ihre Motivation erklärt.  

1979 war sie SPD-Kandidatin bei der Wahl zum Amt des Bundespräsidenten, unterlag damals aber Karl Carstens. Bis 1990 war sie Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, blieb aber auch nach ihrem Rückzug aus dem Parlament bis zu ihrer schweren Erkrankung für mehr als 20 Organisationen wie dem Arbeiter-Samariter-Bund als Vorsitzende aktiv.

Annemarie Renger stammte aus einer ursozialdemokratischen Familie, seit frühester Kindheit hatte ihr Vater, Fritz Wildung, ihr das Interesse an Politik vermittelt. Sie wurde am 7. Oktober 1919 in Leipzig geboren. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde sie wegen der sozialdemokratischen Gesinnung ihrer Familie vom Lyzeum verwiesen. Der Kampf gegen die nationalsozialistische Diktatur für Freiheit und Gerechtigkeit begründeten ihr Geschichtsbewusstsein und ihre lebenslange Verantwortlichkeit für unser Gemeinwesen.  

Sie trat 1945 in die SPD ein und arbeitete nach dem Krieg als engste Mitarbeiterin an der Seite von Kurt Schumacher. Nach seinem frühen Tod wurde sie 1953 Mitglied des Deutschen Bundestages, dem sie bis 1990 angehörte. Unter ihrer Ägide wurden eine Fülle von parlamentarischen Initiativen in die Wege geleitet. Eine der wichtigsten war die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit für Frauen und Männer. Mit ihrer Amtsführung als erste Präsidentin des Deutschen Bundestages von 1972 bis 1976 hat sie sich große Anerkennung bei allen im Bundestag vertretenen Parteien erworben.
 
Annemarie Renger war eine sehr kompetente, durchsetzungsstarke und erfahrene Mitstreiterin. Sie war sachorientiert und unbeirrbar, wenn sie etwas als richtig erkannt hatte. Ihr lebenslanges Eintreten für die Aussöhnung mit Israel und ihr großer Einsatz gegen jede Art von Neonazismus und Fanatismus waren von tiefer innerer Überzeugung getragen. 

Die deutsche Sozialdemokratie ist dankbar dafür, dass Annemarie Renger eine der ihren war. Steinmeier: „Wir trauern mit Ihrer Familie um eine herausragende Politikerin und eine liebenswürdige Persönlichkeit“.  

„Wir werden Annemarie Renger nicht vergessen“, so der Außenminister und Vizekanzler Steinmeier in seinem Kondolenzschreiben an die trauernde Familie.

Veröffentlicht am 03.03.2008 von Peter Martens


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