Traditioneller Frühlingsempfang beleuchtet Mindestlohn – Zahlreiche Mitglieder für langjährige Parteizugehörigkeit geehrt

Traditioneller Frühlingsempfang beleuchtet Mindestlohn – Zahlreiche Mitglieder für langjährige Parteizugehörigkeit geehrt

OSTHOFEN Hans-Hermann Seelig, Vorsitzender der Osthofener SPD, begrüßte zahlreiche Gäste in der Aula der Wonnegauschule zum traditionellen Frühlingsempfang. Der Sozialdemokrat gab über die zurückliegenden Projekte in Osthofen sein Resümee. „Gemeinsam haben wir mit der FWG die Pläne der Umgestaltung des Bahnhofs und dessen Umfeld voranbringen können“, so Seelig. Dazu zähle auch der nun in Aussicht liegende Beginn der Bahnüberführung in der Friedrich-Ebert-Straße/Rheinstraße.

Auch die Entwicklung der geplanten IGS mit gymnasialer Oberstufe in Osthofen beschreibt der Vorsitzende als weiteren Erfolg und Aufwertung für den Schulstandort Osthofen. „Hierzu hat nun auch der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung ein klares Signal gesetzt, dass eine IGS in Osthofen richtig und wichtig ist.“ Die zu Beginn der Legislaturperiode vereinbarte punktuelle Zusammenarbeit mit den freien Wählern bescheinigte Seelig als gut.  

Zum Thema „Mindestlohn“ machte Stellvertreter Alexander Ebert zunächst die Punkte der SPD deutlich: Warum ist ein Mindestlohn notwendig? So die Tatsache, „dass rund 500.000 vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Niedriglohnbereich auf ergänzende Grundsicherungsleistungen aus Steuermitteln angewiesen sind“. Dieses Geld fehlt für Zukunftsinvestition, z.B. in die Bildung, „die Wirtschaft ist für die Menschen da, nicht umgekehrt und nicht zuletzt zeigen uns auch unsere Europäischen Nachbarn, dass sie gute Erfahrungen mit dem Mindestlohn gemacht haben: 22 von 27 Mitgliedstaaten der EU haben einen gesetzlichen Mindestlohn“, stellt Ebert fest.  

Zu diesem besonderen Thema hat der Ortsverein die stellvertretende Geschäftsführerin des ver.di-Bezirks Rhein-Pfalz, Christine Klein eingeladen. Die Gewerkschafterin verdeutlicht in ihrem Referat, dass der Niedriglohnsektor weiter wachse und der Graben zwischen Arm und Reich immer breiter würde, so das Fazit der Gewerkschafterin. Dazu gab der Osthofener Abgeordnete im Deutschen Bundestag, Klaus Hagemann die Zahlen bekannt, dass es in der Region Worms-Wonnegau rund 550 (in 2006) Personen gebe, die trotz ihrer Erwerbstätigkeit auf Hartz IV angewiesen seien.  

„Den Steuerzahler kostet Hartz IV rund drei Milliarden Euro“, machte der Haushaltspolitiker Hagemann den Anwesenden klar und fragte sehr deutlich, „warum soll der Steuerzahler die Löhne subventionieren?“ Denn zum Beispiel in der rheinhessischen Landwirtschaft liegt der niedrigste Lohn bei derzeit 3,24 Euro.  

Hans-Hermann Seelig spiegelte dagegen die Situation aus der Sicht der Wirtschaftszweige. Er befürchtet, dass kleine Betriebe Arbeitsplätze wegrationalisieren. „Nur so ist es diesen Kleinunternehmern möglich, den Mindestlohn zu tragen.“

Im Beisein der Unterbezirksvorsitzenden Kathrin Anklam-Trapp, MdL und Bürgermeister Bernd Müller ehrten die Osthofener Sozialdemokraten Mitglieder für deren langjährige Parteimitgliedschaft: Darunter der ehemalige Beigeordnete der Stadt Osthofen, Günter Knierim für 45 Jahre und dessen Frau Ellen für 40 Jahre Zugehörigkeit zur SPD. Weiterhin wurden geehrt Klaus Eschenfelder, Georg Alleborn und Doris Scherer (jeweils 40 Jahre) sowie Angelika Schiedhelm, Anke Knorpp, Stefan Mayer und Dirk Scherer (alle 25 Jahre).  

Bild: (v. l.) Klaus Eschenfelder, Anke Knorpp, Bürgermeister Bernd Müller, Doris Scherer, stellv. Ortsvereinsvorsitzender Alexander Ebert, Günter Knierim, Dirk Scherer, Ellen Knierim, Unterbezirksvorsitzende Kathrin Anklam-Trapp, MdL, Vorsitzender Hans-Hermann Seelig und Klaus Hagemann, MdB.
 

Alexander Ebert

Veröffentlicht am 06.04.2008 von Peter Martens