Ziel ist die Preisstabilität innerhalb des Eurosystems – SPD zu Gast bei der Europäischen Zentralbank

Ziel ist die Preisstabilität innerhalb des Eurosystems – SPD zu Gast bei der Europäischen Zentralbank

OSTHOFEN/FRANKFURT AM MAIN Mit einer Delegation aus Kommunalpolitikern und interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus Worms und dem Kreis Alzey-Worms war die Osthofener SPD zu Gast bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Unter der Leitung des stellvertretenden Ortsvereinsvorsitzenden Alexander Ebert waren die Besucher in den Eurotower, dem Sitz der EZB in der Bankenmetropole am Main gekommen.

Iris Mayer und William Lelieveldt vom Referat Presse und Information begrüßten die Gruppe und stellten in einem rund zweistündigen Referat die Aufgaben und die Geldmarktpolitik der EZB vor. Zunächst gab Lelieveldt einen kurzen geschichtlichen Hintergrund über den Euro. Mit der Gründung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl wurden die Grundsteine in den 1950er Jahren gelegt, die bis hin zur heutigen Europäischen Union und deren gemeinsame Währung, dem Euro reichen.  

William Lelieveldt macht den Besuchern aus Osthofen deutlich, dass nicht alle EU-Mitgliedsstaaten auch zum Eurosystem gehören. „Denn um dem Währungsgebiet beitreten und somit den Euro einführen zu können, müssen die EU-Staaten auch gewisse Konvergenzkriterien erfüllen. Dabei ist es wichtig, dass sich alle Länder an die Kriterien halten“, so der ehemalige Mitarbeiter des Niederländischen Ministeriums der Finanzen und heutige Banker der Europäischen Zentralbank. Zu den Kriterien gehören unter anderem die Preisentwicklung, die Finanzpolitische Entwicklung, die Wechselkursentwicklung und die Entwicklung der langfristigen Zinssätze im eigenen Land.  

Das Euro-Währungsgebiet setzt sich aus den 15 Ländern der Europäischen Union zusammen, die den Euro seit 1999 eingeführt haben. Dabei führt Deutschland vor Frankreich und Großbritannien den größten Anteil an der europäischen Währungshüterin. Hauptaufgabe der EZB ist es, die Kaufkraft des Euro und somit Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten. Dazu ist die EZB nach dem Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft unabhängig. „Weder die EZB noch nationale Zentralbanken oder Mitglieder ihrer Beschlussorgane dürfen Weisungen von Organen entgegennehmen“, so die Auskunft aus dem europäischen Währungshaus.  

Lelieveldt ging gleichermaßen auf Fragen, wie auch auf die teilweise kritischen Anmerkungen seiner Besucher ein. So stellte er dabei fest, dass ein Drittel der hohen Inflation durch die hohen Lebensmittel- und Mineralölpreise kommt. „Der EZB-Rat strebt an“, so William Lelieveldt, „eine Preissteigerungsrate von unter, aber nahe der zwei Prozent Marke beizubehalten“. Abschließend stellte er fest, dass es zum Beispiel in den Niederlanden kein Wortspiel mit dem Euro gibt: „Das Wort «Teuro» kennen wir bei uns in den Niederlanden, aber auch hier in der EZB nicht“, gab der Niederländer lächelnd den Besuchern mit auf den Heimweg.  

Alexander Ebert

Veröffentlicht am 30.05.2008 von Peter Martens