Kurt Beck – ein Sozialdemokrat – Buchvorstellung

Kurt Beck – ein Sozialdemokrat – Buchvorstellung

BERLIN/MAINZ (spd-rlp) „Politische Macht ist ein Mittel zum Zweck, und der Zweck, das sind Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Die Werte sind traditionell, aber die Wege zum Ziel müssen wir immer neu finden – ,auf der Höhe der Zeit´, wie Willy Brandt formulierte.“ Dies schreibt der Vorsitzende des SPD-Landesverbandes Rheinland-Pfalz, Ministerpräsident Kurt Beck, in seiner heute in Berlin vorgestellten Autobiografie. Und trotz aller persönlicher Betroffenheit gerade aus der jüngsten Vergangenheit kommt Kurt Beck zu dem Schluss: „Eine SPD, die dynamisch die nötige Modernisierung betreibt, sozial ist und die Lebenswirklichkeit der arbeitenden Menschen und ihre Leistungen respektiert und spürbar anerkennt, wird auch nach 2009 in der Verantwortung sein. Dafür will ich weiter arbeiten.“

„Ich habe dieses Buch geschrieben, damit jeder mein Politikverständnis nachlesen kann. Es hat viel mit meinem Werdegang zu tun. Mir geht es um eine Politik, die den Menschen hilft, ihre eigenen Lebenspläne zu verfolgen, die ihre Leistungen anerkennt, die jedem Einzelnen gerecht zu werden versucht. Ich empfinde mich als einen sehr traditionellen Sozialdemokraten, dem Leistung mehr bedeutet als Herkunft, der Freiheit und Gerechtigkeit für Grundbedingungen menschenwürdigen Lebens hält, der weiß, dass ohne Solidarität, ohne gegenseitige Hilfe, ein soziales Netz die Gesellschaft nicht zusammenhalten kann.“

Im Gespräch mit dem Journalisten Heiner Bremer präsentierte Kurt Beck sein Buch unter dem Titel „Kurt Beck – ein Sozialdemokrat“. Darin nimmt er die Leser mit auf seinem Werdegang vom Funkelektroniker über den Ortsbürgermeister, zum erfolgreichen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und bis hinein in die Zentren der Berliner Macht. Er spricht auch darüber, wie es sich anfühlt, wenn aus Jubel Pfiffe werden, eigene Fehler ärgern und Heckenschützen Stellung beziehen. Ein bewegendes, ein authentisches aber auch ein politisches Buch aus dem Leben eines gradlinigen und sympathischen Menschen.

Kurt Beck steht für Anstand und Fairness in der Politik. Und für ein Maß an Bescheidenheit, das selten geworden ist im Politikbetrieb unserer Tage. Als er am 7. September verkündete, sein Amt als Parteivorsitzender niederzulegen, war diese Entscheidung für ihn nur die Konsequenz aus den vergangenen Wochen, Tagen und Stunden. Seitdem hat sich für ihn viel verändert. Doch eines wird er immer aus voller Überzeugung bleiben: ein Sozialdemokrat!

Kurt Beck gibt in seiner Autobiografie auch einen tiefen Einblick in seine Beweggründe, sich politisch und vor allem für die Menschen zu engagieren. Er schildert seine Kinder- und Jugendjahre auch als Lehrjahre, würdigt die enormen Aufbauleistungen seiner Eltern und Großeltern und erklärt seine Motivation, sich gerade für die Schwächeren der Gesellschaft stark zu machen: „Wenn nur 24 Prozent der Kinder aus Arbeiterfamilien studieren, ist das nicht in Ordnung.“ Er spannt den Bogen von der kommunalen Arbeit im pfälzischen Steinfeld bis zur höchsten politischen Bühne in Berlin – und verliert dabei nicht die Bodenhaftung: „Politik ist die Kunst des Machbaren. Dazu gehört auch: Fehler erkennen, neue Wege suchen und für diese um Verständnis werben.“ Und auf der kommunalen Ebene hat er viel für sein politisches Wirken gelernt: „Bei solchen Themen blieb man bürgernah. Man lernt durch sie, was die Menschen von den gewählten Volksvertretern erwarten. Nicht die Machtspielchen, nicht die Grundsatzdiskussionen stehen im Vordergrund, sondern ob wir Politiker die Sorgen und Ängste der Menschen begreifen…“

Der SPD-Politiker Kurt Beck versteht die Menschen und vor allem, deren Sorgen und Nöte: „Mittlerweile arbeite ich in meiner vierten Legislaturperiode als Regierungschef. Wenn ich auf die Wahlergebnisse blicke, kann ich nur sagen, dass der Einsatz nicht ohne Erfolg war. … Die Menschen wissen zu schätzen, dass wir die Gebühren für die Kindertagesstätten schrittweise abschaffen. Sie erkennen an, wenn Kinder aus bedürftigen Familien ohne bürokratischen Aufwand in der Schule ein Mittagessen bekommen, auch wenn die Eltern den Beitrag dafür nicht zahlen können. … Die Eltern in Rheinland-Pfalz honorieren, dass wir Ganztagsschulen eingeführt haben, um die ich etwa unsere Französischen Nachbarn immer beneidete…“

Sein Buch zeigt den SPD-Landesvorsitzenden und rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten – so schreibt es die Koblenzer Rhein-Zeitung – „wie Kurt Beck ist: bodenständig, ehrlich, machtbewusst, aber nicht machtbesessen. Ein Mann mit Prinzipien – schlicht und einfach“.

Veröffentlicht am 28.09.2008 von Peter Martens