Osthofener Rathaus soll Barriere frei werden – Sozialdemokraten stellen Antrag

Osthofener Rathaus soll Barriere frei werden – Sozialdemokraten stellen Antrag

OSTHOFEN Das Osthofener Rathaus soll Barriere frei werden. Das fordert nun die SPD in Osthofen. Mit dem Antrag soll die Verwaltung beauftragt werden, die Möglichkeiten eines behinderten gerechten Umbaus des Verwaltungsgebäudes Am Schneller zu prüfen und ein Konzept zu erarbeiten.

„Behördengänge will jeder von uns selbstständig erledigen“, meint Alexander Ebert, stellvertretender SPD-Vorsitzender. „Das ist bei uns in Osthofen bisher nicht möglich, weil das Anfang des letzten Jahrhunderts gebaute Rathaus lange Zeit nicht ohne weiteres umbau bar war. Viele Menschen sind daher auf Hilfe angewiesen, um ihre persönlichen Dinge im Rathaus erledigen zu können“, stellt der SPD-Stadtrat fest. „Für Bürgerinnen und Bürger besteht nicht die Möglichkeit, das Rathaus in Osthofen eigenständig zu betreten. Sie brauchen Hilfe von Angehörigen oder die der Bediensteten“, stellt Ebert fest. Deshalb verlangt der Sozialdemokrat, „dass das Rathaus von allen Bürgerinnen und Bürgern ohne Barrieren erreicht werden kann“. 

Ein Grund für die Sozialdemokraten, den Antrag zu stellen. Es sind Menschen im Rollstuhl, ältere Menschen, aber auch Mütter mit einem Kinderwagen. „Denen wollen wir helfen ohne jede Hilfe das Rathaus betreten zu können“, meint Kai Kronauer, Vorsitzender der SPD Stadtratsfraktion. Und dazu zählen nicht nur die Behördengänge, sondern auch Sitzungen des Stadtrates oder Ausstellungen im Dienstgebäude. „Der Dienst am Bürger durch das Ratshaus, darf nicht durch bauliche Barrieren eingegrenzt werden.“ 

Kronauer geht aber noch einen Schritt weiter: „Das Grundgesetz schreibt in Artikel 3, Absatz 3 vor: Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Nähere Gesetze sind auf diesen Grundsatz aufgebaut. Ist das Rathaus erst einmal Barriere frei umgebaut, dann haben wir auch die Möglichkeit, Mitarbeiter zu beschäftigten, die zum Beispiel auf den Rollstuhl angewiesen sind.“  

„Viele öffentliche Behörden haben es bereits vorgemacht. Wir wollen es nachmachen“, geben die Sozialdemokraten Ebert und Kronauer dem Antrag mit auf den Weg. „Wir wissen wie es ist, ohne große Probleme ins Rathaus zu kommen: Es ist selbstverständlich für uns. Das wollen wir nun auch den Menschen ermöglichen, die es nicht aus eigener Kraft können.“  

Nach der Beratung im Stadtrat soll der Antrag dann in den zuständigen Bauausschuss überwiesen und dort weiter bearbeitet werden.  

Alexander Ebert

Veröffentlicht am 26.10.2008 von Peter Martens