Zuckerrübenanbau erhalten und stärken – SPD-Abgeordnete Jens Guth und Kathrin Anklam-Trapp bringen Antrag in Landtag

Zuckerrübenanbau erhalten und stärken – SPD-Abgeordnete Jens Guth und Kathrin Anklam-Trapp bringen Antrag in Landtag

RHEINHESSEN Die Zuckerrübenernte hat gerade begonnen. Für fast 3000 landwirtschaftliche Betriebe aus Rheinhessen und der Vorderpfalz bildet der Zuckerrübenanbau nicht nur eine der Haupterwerbsquellen. Die Zuckerrübe ist neben dem Wein seit über 200 Jahren ein Stück Kulturgut. Doch der Zuckermarkt ist unter Druck geraten, ganze Werke wurden geschlossen, so z.B. im Südhessischen Groß-Gerau. Was war geschehen?

Aufgrund eines Schiedsspruchs der Welthandelsorganisation (WTO) aus dem Jahr 2005 muss die Zuckerproduktion in der EU massiv zurückgefahren werden und der Zuckerimport aus Entwicklungs- und Schwellenländern soll deutlich zunehmen. Das bedeutet für Deutschland u.a., dass die Zuckerwirtschaft ihre Produktion deutlich reduzieren muss und die Preise für Rüben drastisch gekürzt wurden.

Das rheinland-pfälzische Werk bei Offstein mit über 400 Mitarbeitern konnte glücklicherweise erhalten werden. Doch nur ein ausreichend großer Zuckerrübenanbau im Umkreis um den Fabrikstandort sichert dauerhaft die Existenz dieses Standortes und im Umkehrschluss die Existenz des Zuckerrübenanbaus. Nun wurde vor einigen Tagen ein Antrag im Landtag beraten, der die Zukunft des Zuckerrübenanbaus in der Region erhalten und stärken soll.

Eingebracht wurde dieser von den beiden Abgeordneten aus der Region Jens Guth (Worms) und Kathrin Anklam-Trapp (Landkreis), die auch Mitglieder im Landwirtschaftsausschuss sind. „Wir lehnen Vorschläge und Maßnahmen ab, die zur Folge haben, dass Zucker aus Ländern, die ohne Rücksicht auf Menschen und Natur – und deshalb billiger produzieren – in die EU importiert wird und somit den nachhaltigen Rübenanbau in Europa, der strengen Normen unterliegt, ganz zunichte macht. Wir brauchen ein Mindestmaß an EU-Außenschutz für unsere Landwirtschaft“, so Jens Guth. Und beide Abgeordnete betonen: „Auch die Landwirte brauchen für ihre gute und wichtige Arbeit einen gerechten Lohn.

So wie beim Thema Mindestlohn in anderen Bereichen steht die SPD für eine ausreichende Ertragsmöglichkeit für unsere Landwirte“ Konkret sollen folgende Maßnahmen untersucht oder unterstützt werden: Umstrukturierungs- bzw. Entwicklungskonzepte, die die Existenz einer möglichst großen Zahl von Betrieben in den betroffenen Regionen sichern. Die Entwicklung neuer Verwertungsmöglichkeiten für Zuckerrüben sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur. Und Anbautechniken für Zuckerrüben zu optimieren und eine verbesserte Förderung des Wirtschaftswegebaus.

Veröffentlicht am 12.10.2008 von Peter Martens