Gesamtkonzept für Ausbau von Krippen und Kitas in Osthofen und im Landkreis angestrebt – Osthofener SPD-Fraktion bringt Antrag in Stadtrat ein/Hagemann erläutert Kita-Situation

Gesamtkonzept für Ausbau von Krippen und Kitas in Osthofen und im Landkreis angestrebt – Osthofener SPD-Fraktion bringt Antrag in Stadtrat ein/Hagemann erläutert Kita-Situation

OSTHOFEN/ALZEY-WORMS In einem Antrag an den Stadtrat hat die SPD-Fraktion ein Gesamtkonzept für den weiteren Ausbau von Kinderkrippen und Kindertagesstätten für ganz Osthofen verlangt, unterstrich Kai Kronauer, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion.

Klaus Hagemann, stellvertretender Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses Alzey-Worms, hatte vor den Osthofener Sozialdemokraten darauf hingewiesen, dass bis spätestens 2013 ein bundesweiter Rechtsanspruch der Eltern auf einen Krippenplatz für Einjährige bestehe. Er verwies weiter darauf, dass der zuständige Jugendhilfeausschuss und das Jugendamt eine Entscheidung nur nach Abstimmung mit der Stadt Osthofen treffen würden.

„Da es hier um mögliche Investitionen der freien Träger geht, die auch nach dem Gesetz von der Stadt bezuschusst werden müssen, ist ein gut abgestimmtes Konzept für alle Kleinkindereinrichtungen notwendig“, hob Hagemann hervor, der auch dem Osthofener Stadtrat angehört. Er betonte, dass der Bund die Kommunen bei Ausbau und Betrieb von Kinderkrippen mit 4 Mrd. Euro finanziell unterstütze. Er erläuterte die gegenwärtige Situation, wonach es 30 Krippenplätze gibt, von denen zurzeit 24 belegt sind.

Der mögliche Betreuungsbedarf bis Ende 2010 für zweijährige Kinder wird momentan mit 31 % eines Jahrgangs hochgerechnet. Bis 2010 haben die Zweijährigen einen Rechtsanspruch, bis 2013 auch die Einjährigen. Die Zahlen für Osthofen sehen so aus, dass es zurzeit 69 Zweijährige und 157 unter Zweijährige gibt. Daraus ergibt sich ab 2013 ein rechnerischer Bedarf von 70 Kinderkrippenplätzen, dem nur ein Angebot von 30 gegenübersteht. „Deshalb ist Handlungsbedarf gegeben, was wir von der SPD in unserem Antrag verlangen“, so Hagemann.

Weiter berichtete er vor der Stadtratsfraktion von seinen Gesprächen in den Kindertagesstätten. So prüfe insbesondere die Evangelische Kirchengemeinde die bestehende Kindertagesstätte in der Goethestraße, die Anfang der 60er Jahre gebaut wurde, um- und auszubauen, da es einfach zu eng geworden sei und die Einrichtungen für die Ganztagsbetreuung, die Versorgung mit warmen Mittagessen und Räume für die Vorschulerziehung nicht ausreichend vorhanden seien. „Auch diese notwendigen Baumaßnahmen und Planungen der anderen Träger der vier weiteren Kindertagesstätten müssen in ein Gesamtkonzept eingearbeitet werden, das dann mit dem Alzeyer Jugendamt abgestimmt werden muss“, so Hagemann.

Er verdeutlichte weiter, dass im Landkreis Alzey-Worms in den 77 Kindertagesstätten zurzeit 610 Plätze für die Betreuung von unter Dreijährigen zur Verfügung stehen. Von den aktuellen Planungen ausgehend könnte Ende 2010 etwa 790 Krippenplätze für die unter Dreijährigen zur Verfügung stehen. Damit wäre kreisweit der Rechtsanspruch für Zweijährige gedeckt. Zur Sicherung des Rechtsanspruchs ab 2013 müssten dann für Einjährige sowohl in Osthofen wie auch im gesamten Landkreis weitere Plätze geschaffen werden.


„Es hat sich in den zurückliegenden Jahren als richtig erwiesen, auf die Kinder- und Jugendpolitik einen besonderen Schwerpunkt zu legen“, so der Sozialdemokrat, „denn wir liegen in ganz Rheinland-Pfalz mit an der Spitze“, betonte Klaus Hagemann abschließend.

Marco Sussmann

Veröffentlicht am 12.11.2008 von Peter Martens