Schulpflichtige Kinder von Hartz-IV-Empfängern sollen kostenfreies Mittagessen erhalten – SPD bringt Antrag ein/ca. 2.500 Euro Mehraufwand im Sozialfonds

Schulpflichtige Kinder von Hartz-IV-Empfängern sollen kostenfreies Mittagessen erhalten – SPD bringt Antrag ein/ca. 2.500 Euro Mehraufwand im Sozialfonds

OSTHOFEN Künftig soll jedes Kind ein kostenfreies Mittagessen erhalten, welches in einem Hartz-IV-Haushalt aufwächst. Dafür sprechen sich nun die Osthofener Sozialdemokraten aus und bringen einen Antrag in den Stadtrat ein, der den Sozialfonds mit ca. 2.500 Euro mehr belasten wird.

Die meisten der Kinder werden von ihren Eltern ohne Frühstück in die Schulen geschickt. Sie können es sich nicht leisten, ihrem Nachwuchs eine ausgewogene Ernährung anzubieten. Darüberhinaus haben sie keine weitere Mahlzeit und das bis in die Mittagsstunden. Und selbst dann können sie es sich noch nicht einmal leisten.  

Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Osthofener Stadtrates, Klaus Hagemann, informiert zur Antragsstellung in seiner Ratsfraktion aktuell von Schulbesuchen im Wahlkreis: „Da berichten mir Lehrer, dass Kinder ohne Mittagessen mit am Tisch sitzen und nichts zu essen haben, während ihre Schulkameradinnen und Schulkameraden die angebotene Mahlzeit zu sich nehmen“, zeigt sich Hagemann empört darüber. Eine Situation, die auch an den Osthofener Ganztagsschulbetrieben vorzufinden ist.  

„Für uns, die SPD Osthofen, ein untragbarer Zustand, der so an unseren Schulen nicht bleiben kann“, kommentiert der stellvertretende SPD-Vorsitzende Alexander Ebert die von Hagemann geschilderte Situation. „Ein unhaltbarer Zustand, der dringend abgeschafft werden muss.“ Nach Auffassung der Osthofener Sozialdemokraten dürfen Kinder, deren Eltern von Hartz-IV leben, nicht benachteiligt werden. Sie sollen und müssen in jedem Fall an dem angebotenen Mittagessen teilnehmen. „Aus diesem Grund beantragen wir die Übernahme des Elternteils durch den Sozialfonds für die bedürftigen Kinder“, so Ebert. 

„Nach unseren Angaben sind es zur Zeit etwa 20 Schüler in den Osthofener Schulen mit Ganztagsbetreuung, die eine Förderung durch den Sozialfonds erhalten“, begründet SPD-Fraktionsvorsitzender Kai Kronauer den eingebrachten Antrag seiner Partei. „Die Förderung beläuft sich ohne Übernahme des Elternteils auf rund 1.600 Euro. Übernehmen wir zusätzlich den Anteil der betroffenen Kinder, gehen wir von einem finanziellen Mehraufwand von ca. 2.500 Euro aus“, rechnet Kronauer vor.  

Ernährung ist wichtig. Gerade im Kindes- und Jugendalter. Kinder sollen keinerlei Benachteiligung verspüren, selbst wenn sie aus sozial schwächeren Familien kommen. „Konzentration und der damit verbundene Lernerfolg hängen, wie allgemein bekannt, entscheidet von gesunder und ausreichender Ernährung ab. Deshalb sind 2.500 Euro gut investiert und der Handlungsbedarf ist ohne jede Gegenfrage gerechtfertigt, so Alexander Ebert und Kai Kronauer abschließend.  

Alexander Ebert

Veröffentlicht am 08.12.2008 von Peter Martens