Es wird zu wenig gesprochen und vorgelesen – Hagemann nimmt an Sprachförderung in evangelischem Kindergarten teil

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Es wird zu wenig gesprochen und vorgelesen – Hagemann nimmt an Sprachförderung in evangelischem Kindergarten teil

OSTHOFEN In vielen Familien wird zu wenig vorgelesen und zu wenig gesprochen. Das stellen Erzieherinnen und Erzieher immer wieder fest, berichtete jetzt auch die Leiterin des evangelischen Kindergartens in Osthofen, Waltraud Becker, dem Bundestagsabgeordneten Klaus Hagemann (SPD), der den ältesten Kindergarten Osthofens besuchte. Dieses Manko soll im Sprachförderunterricht, der vom Land Rheinland-Pfalz bezuschusst wird, behoben werden. An einem solchen Kurs nahm der SPD-Bundespolitiker jetzt unter Leitung von Kathrin Arndt in der Osthofener Einrichtung aktiv teil und übte gemeinsam mit den Kindern. Zugleich freute sich Hagemann darüber, dass der evangelische Kindergarten ab diesem Monat auch eine Ganztagsbetreuung für gegenwärtig 14 Kinder anbietet.

In kleinen Gruppen werden in spielerischer Form immer wieder Sprachanlässe für die Kinder gesucht, die nicht nur aus Familien mit Migrationshintergrund, sondern vielfach auch aus deutschen Familien stammen, erläuterte Arndt. Wortschatz und Kommunikation der Kinder litten zusehends, weil eben zu Hause kaum gesprochen, zu wenige Geschichten vorgelesen und stattdessen zu viele Computerspiele gespielt würden.

„Mit der Einführung einer Ganztagsbetreuung konnte ein langer Kampf erfolgreich beendet werden“, sagte SPD-Politiker, der als stellvertretender Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses Alzey-Worms gemeinsam mit seiner Fraktion dafür geworben und Gespräche mit dem Jugendamt in Alzey geführt hatte. 25 Kinder nähmen zurzeit insgesamt am gemeinsamen Mittagessen teil, informierte die Kiga-Leiterin Waltraud Becker. In diesem Zusammenhang verwies Hagemann auch auf den Antrag der Osthofener SPD im Stadtrat, dass alle Kinder einmal am Tag ein warmes Mittagessen erhalten und Kindern aus bedürftigen Familien dafür ein Zuschuss gewährt werden solle. Schließlich stünden die Sanierungsarbeiten auf dem Außengelände nun auch vor dem Abschluss, so dass mit Frühlingsbeginn die Kinder in einer erneuerten Anlage toben können, freuten sich Becker und Hagemann. Für diese Maßnahme habe auch die Stadt Osthofen auf Anregung der SPD einen Zuschuss gewährt, sagte der SPD-Abgeordnete, der auch Mitglied im Osthofener Stadtrat ist.

Bilder: Gemeinsam mit den Vorschulkindern nahm MdB Klaus Hagemann am Sprachförderunterricht im evangelischen Kindergarten Osthofen unter Leitung von Kathrin Arndt teil.

Marco Sussmann

Veröffentlicht am 09.03.2009 von Peter Martens


Klinikum Worms profitiert vom Konjunkturpaket der Bundesregierung – Neubau bringt Aufwertung über die Stadtgrenzen hinaus auch in den Landkreis Alzey-Worms

MAINZ/WORMS/ALZEY-WORMS Die Landtagsabgeordneten Jens Guth und Kathrin Anklam-Trapp konnten heute dem Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel bestätigen, dass das Klinikum Worms zu den Krankenhäusern im Lande gehört, die bei dem Konjunkturprogramm II der Bundesregierung mit 2 Mio. Euro zusätzliche Fördermittel berücksichtigt werden.

Mit dem Geld soll ein zusätzlicher Anbau realisiert werden, der bereits seit Jahren ganz oben auf der Wunschliste der Verantwortlichen des Klinikums stand. Der Anbau soll ca. 50-70 zusätzliche Räume beherbergen, die nicht direkt mit der Behandlung der Patienten in Zusammenhang stehen (z.B. Arzt- und Bereitschaftsdienstzimmer, Besprechungsräume, und Teile der Verwaltung). Das neue Gebäude schafft Raum für die Umwidmung zahlreicher Zimmer im Haupthaus, die dann zur Unterbringung und Behandlung der Patienten genutzt werden können.

 

Der Koalitionsausschuss der Bundesregierung hat am 12.01.2009 das Konjunkturprogramm II verabschiedet, das für die Jahre 2009 und 2010 ein Gesamtvolumen von ca. 50 Mrd. Euro umfasst. Für Investitionen in die Infrastruktur, insbesondere für Krankenhäuser werden vom Bund ca. 3,5 Mrd. Euro für Maßnahmen zur Verfügung gestellt. Rheinland-Pfalz profitiert mit ca. 625 Mio. Euro, wovon 75% vom Bund und 25% vom Land zu tragen sind. Davon entfallen 65% auf Investitionen für Bildung und Wissenschaft und 35% auf Investitionen für die Kommunen und Krankenhäuser. Voraussetzung für die Berücksichtigung ist die Fertigstellung der beantragten Projekte bis Ende 2010.

 

Als das Konjunkturprogramm bekannt wurde, reagierten die Verantwortlichen des Klinikums sofort und reichten mehrere förderfähige Projekte beim zuständigen Gesundheitsministerium  Rheinland-Pfalz ein. Stetig steigende Patientenzahlen – heute werden doppelt so viele stationäre Patienten behandelt wie beim Erstbezug des Neubaus vor knapp 30 Jahren – und die Erhöhung der Mitarbeiterzahl, insbesondere im Ärztlichen Dienst aufgrund des Arbeitszeitgesetzes, erforderte zunehmend eine bauliche Lösung.

 

Das neue Gebäude soll in einer so genannten Modulbauweise erstehen, was eine kurze Bauzeit und flexible Nutzungsmöglichkeiten verspricht und im Vergleich zu einem massiv erstellten Gebäude eine kostengünstige Lösung darstellt.

 

Die Verantwortlichen des Klinikums zeigten sich hocherfreut über die zusätzlichen Fördermittel. „Dieses Geld wird dringend benötigt. Endlich können wir die seit langen Jahren ersehnte räumliche Entlastung schaffen“, so der Geschäftsführer des Klinikums, Friedrich Haas. Der Oberbürgermeister und Vorsitzender des Aufsichtsrates im Klinikum, Michael Kissel ergänzt: „Die zusätzlichen Fördermittel kommen direkt den Patienten zu Gute. Wir bedanken uns ausdrücklich bei der Landesregierung, Ministerin Malu Dreyer und Staatssekretär Christoph Habermann, dem wir kürzlich unseren Projektvorschlag vorgestellt haben, für die Unterstützung unseres Klinikums.“

Veröffentlicht am 06.03.2009 von Peter Martens


An die Ursachen der Krise gehen – Steinmier: „2009 ist ein besonderes Jahr“

HALLE AN DER SAALE Frank-Walter Steinmeier verwies in einer „Das Neue Jahrzehnt“-Veranstaltung in Halle auf die Chancen, die in der gegenwärtigen Krise stecken. Das Fenster zum Handeln sei offen. „Wir können etwas ändern. Gemeinsam, hier und jetzt. Und ich will etwas ändern“, so Steinmeier. Es gehe jetzt darum, die Weichen für eine faire und gerechte Gesellschaft zu stellen.

Der SPD-Kanzlerkandidat stellte die Frage nach den Ursachen der Finanzkrise in den Mittelpunkt. Die Rettung der Banken koste den Staat riesige Summen und belaste die kommende Generation. „Wir können das nur rechtfertigen, wenn wir Vorsorge dafür treffen, dass unverantwortliche Spekulation aufhört“, so Steinmeier eindringlich. An den Kosten der Krise müssten sich jetzt auch und vor allem ihre Urheber beteiligen. Für die Finanzmärkte forderte Steinmeier klare Regeln und eine „dienende Funktion der Kreditwirtschaft gegenüber dem produzierendem Gewerbe“. Der Staat sei nicht der bessere Unternehmer. Politik aber müsse in der Demokratie aber für klare Regeln sorgen.

 

Dass die Politik derzeit weltweit in Bewegung ist, betonte auch der Politikwissenschaftler Prof. Everhard Holtmann: „Wir befinden uns mitten in einer Zeitenwende“, sagte er zur Begrüßung der rund 250 Gäste im Kongress- und Kulturzentrum in Halle und verwies auf die Bedeutung eines handlungsfähigen Staates.

 

„2009 ist ein besonderes Jahr“, bestätigte Steinmeier. „Denn es markiert den tiefsten Einschnitt seit dem Fall der Mauer.“ Nicht nur viel Geld sei verspielt worden. „Schlimmer noch ist, dass Vertrauen verspielt worden ist.“ „Vertrauen darauf“, so Steinmeier, „dass die Regeln des Anstands für alle Menschen gelten, ob sie nun Blaumann tragen oder Nadelstreifen“.

 

Empörung über die Selbstbedienung mancher Finanzmanager sei verständlich. Aber Empörung, die keine Folgen habe, führe zu Frust und Verbitterung. Deshalb gehe es jetzt ganz zentral darum, Konsequenzen aus der Krise zu ziehen.

 

„Wir müssen jetzt die Finanzmärkte grundlegend und neu ordnen“, forderte Steinmeier und verwies auf sein mit Peer Steinbrück erarbeitetes Konzept, das jetzt Gegenstand der Beratungen in der Koalition sei. „Manager sollen verantwortungsvoll handeln. Sie sollen den langfristigen Erfolg der Unternehmen im Blick haben.“ Deshalb müssten die Grundsätze der Managerbezahlung geändert werden. „Gehaltsexzesse“, so Steinmeier, „spalten die Gesellschaft.“

 

Das unerträglich gewordene Gegeneinander in der Gesellschaft müsse überwunden werden. Steinmeier verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung der Sozialpartnerschaft: „Mitbestimmung in Betrieben ist keine deutsche Folklore, sondern ein Modell der Zukunft“, betonte der SPD-Kanzlerkandidat. „Ich trete an, damit das soziale in der Marktwirtschaft wieder sichtbar wird.“

 

Steinmeier betonte die Bedeutung der Bildung: „Bildung ist die große soziale Frage unserer Zeit.“ Die Anforderungen der Arbeitswelt seien es, die Wissen belohnen und Unwissen bestrafen. Bildung dürfe kein Privileg sein. Die ganze Gesellschaft müsse für gleiche Bildungschancen einstehen, forderte Steinmeier unter großem Applaus. „Auch arme Kinder können Abitur machen. Sie haben das Talent, wir müssen ihnen die Chance geben. Dafür arbeite ich!“

 

Abschließend warb der Kanzlerkandidat der SPD für eine neue politische Mehrheit, die für eine faire und gerechte Gesellschaft einstehe. „Eine solche Mehrheit brauchen wir in Deutschland. Machen wir das neue Jahrzehnt gemeinsam zu einem guten Jahrzehnt.“

Veröffentlicht am 05.03.2009 von Peter Martens


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