Gute Geschäfte dank Pharma – Druckhaus Seibert in Osthofen bleibt von Krise verschont

Gute Geschäfte dank Pharma – Druckhaus Seibert in Osthofen bleibt von Krise verschont

OSTHOFEN Von der Pharma-Industrie, die von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise bisher weitgehend verschont geblieben ist, profitiert auch das Osthofener Druckhaus Franz Seibert. „Heute zeigt sich, dass unsere damalige Entscheidung richtig war, uns der aufwändigen und mit hohen Kosten verbundenen Qualifizierung unserer Druckereiprodukte für die Pharmabranche zu unterziehen“, berichtete Geschäftsführer Franz J. Seibert dem Bundestagsabgeordneten Klaus Hagemann (SPD), der das Unternehmen kürzlich besuchte. Begleitet wurde der SPD-Bundespolitiker dabei von seinen beiden Fraktionskollegen im Osthofener Stadtrat, dem Fraktionsvorsitzender Kai Kronauer und Alexander Ebert, dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden. Angesichts der guten Lage denke man derzeit auch darüber nach, das Betriebsgelände noch etwas auszudehnen und weitere Hallenflächen zu schaffen.

Nur einige wenige Druckereien in der weiteren Region hätten das entsprechende „Qualitätsmanagementsystem“, um im pharmazeutischen Bereich drucken zu dürfen. Aufgrund dessen erreichen das Osthofener Familienunternehmen, das zurzeit 30 Menschen beschäftigt, verstärkt Anfragen aus diesem Bereich.

 

Seit über 30 Jahren ist ein großer Schweizer Pharmakonzern bereits Hauptkunde, für den beispielsweise Bedienungsanleitungen für Blutzuckermessgeräte in verschiedensten Sprachen produziert werden. Trotz der wirtschaftlich guten Situation des Unternehmens berichtete der Geschäftsführer sowie Ehefrau Gundi Seibert, die unter anderem für die Finanzen zuständig ist, von teilweise erheblichen Schwierigkeiten bei der Kreditvergabe durch die Hausbank, was Hagemann in ähnlicher Form bereits bei vielen anderen Gesprächen mit Mittelständlern in der Region erfahren hatte.

 

Insbesondere beim Papier fielen höhere Summen für die Vorfinanzierung an, die über Kredite finanziert werden müssten. Hagemann warb nachdrücklich für die vorhandenen Programme der staatseigenen KfW-Bank, die speziell auch für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) gemünzt seien. Auch darauf müssten die Banken aus Sicht des SPD-Bundespolitikers ihre Kunden hinweisen.

 

Um speziell die kleinen und mittelständischen Unternehmen zusätzlich zu fördern, sollten die Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank schließlich auch von den Banken an die Kreditnehmer weitergegeben werden, forderte der SPD-Abgeordnete. Ebenfalls sei das neue „Kredit- und Bürgschaftsprogramm“ speziell für KMUs, die kurzfristig in die Krise geraten sind, massiv auf ein Volumen von 115 Milliarden Euro ausgedehnt worden.

 

„Uns war wichtig, dass nicht nur Banken und Großunternehmen in der Krise staatliche Unterstützung erhalten können, sondern vor allem auch der Mittelstand als Rückgrat unserer Wirtschaft gestärkt wird“, betonte der SPD-Politiker. In Rheinland-Pfalz werde das Programm über die Investitions- und Strukturbank (ISB) in Mainz abgewickelt beziehungsweise bei größeren finanziellen Umfängen über die staatseigene KfW-Bank und den Bund.

 

Schließlich spielt im Osthofener Druckhaus auch die Umwelt eine immer größere Rolle. So sollen unter anderem Photovoltaik-Zellen auf den Hallendächern installiert werden und die Abwärme, die beim Druckvorgang durch die Maschinen entsteht, möglichst optimal genutzt werden.         

 

Bild: Geschäftsführer Franz J. Seibert (Mitte) erläutert MdB Klaus Hagemann sowie dem SPD-Stadtratsmitglied Alexander Ebert (rechts) die Druckmaschinen und den Druckvorgang.

Veröffentlicht am 11.04.2009 von Peter Martens