„Haus Jacobus“ weitet „Betreutes Wohnen“ aus – Ab Juli 39 neue Wohneinheiten/SPD-Stadträte vor Ort

„Haus Jacobus“ weitet „Betreutes Wohnen“ aus – Ab Juli 39 neue Wohneinheiten/SPD-Stadträte vor Ort

OSTHOFEN Ab Juli stehen im „Haus Jacobus“ in Osthofen 39 weitere Wohneinheiten für das so genannte „Service-Wohnen“, einer weiter entwickelten Art des „Betreuten Wohnens“, in Form von 1 ½ – 3-Zimmer-Wohnungen zum Einzug bereit. Aufgrund der günstigen und gut geschnittenen Wohnungen und vielfältigen Serviceleistungen sind bereits alle Wohnungen vermietet“, berichtete die für diesen Bereich zuständige Geschäftsführerin Rosalinde Dinges im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Klaus Hagemann (SPD), der das Haus zusammen mit seinen SPD-Fraktionskollegen im Osthofener Stadtrat, Kai Kronauer und Alexander Ebert, besuchte, um unter anderem über neue Wohnformen im Alter zu diskutieren. Inklusive der bereits bestehenden Wohnungen werden es ab Sommer dieses Jahres dann insgesamt 117 Mieter sein, die das Service Wohnen im „Haus Jacobus“ nutzen. Interessierte Mieter werden auf eine Warteliste eingetragen“, schildert Nelli Klassen, die für das „Service-Wohnen“ zuständig ist. Weiterer Bedarf ist also vorhanden, viele neue Ideen aber auch.

So ist geplant, den Bereich des „Service-Wohnens“ noch weiter auszudehnen. Diese Wohnungen könnten auf der Fläche hinter dem Altenpflegeheim neben dem Parkplatz entstehen, schweben Dinges und der Heim- und Geschäftsleiterin Manuela Haller vor. Die drei SPD-Politiker sagten ihre Unterstützung im Stadtrat zu, da der zunehmende Bedarf einer solchen Wohnform für das Leben im Alter offensichtlich sei.

 

„In einer Gesellschaft des langen Lebens ist gerade das Thema „Altersgerechtes Wohnen“ von zunehmender Bedeutung“, sagte Hagemann. Deshalb begrüße er die neuen Wohnprojekte des „Haus Jacobus“ sehr. Das „Service-Wohnen“ kombiniere das Bedürfnis nach den eigenen vier Wänden als Rückzugsraum mit der Sicherheit einer Betreuung und Gemeinschaft, erläuterte Dinges.

 

Das Ausmaß dieser Betreuung könne dann individuell gewählt werden. So kämen die meisten Bewohner zum gemeinsamen Mittagessen in den Speisesaal. Auch Pflege- oder Hauswirtschaftsdienste, sowie Friseur und Kosmetikleistungen könnten genutzt werden. Jeder Wohnung stehe ein „Notruf-Serviceruf“ zur Verfügung um die angebotenen Leistungen abzurufen, berichtete Dinges.

 

Mit der Einweihung des neuen Gebäudekomplexes für das „Betreute Wohnen“ sinke auch der Altersdurchschnitt, da auch einige jüngere Schwerbehinderte sowie jüngere Rentner in das neue Haus einzögen.

 

Starker Anstieg der Pflegebedürftigen bis 2030

 

Hagemann wies darauf hin, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen bundesweit von heute 2,1 Millionen bis zum Jahr 2030 auf etwa 3,4 Millionen Menschen ansteigen werde. Dadurch wachse auch der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften an.

 

Im Vordergrund müssten jedoch immer der Mensch und seine individuellen Bedürfnisse stehen, war sich Hagemann mit seinen SPD-Stadtratskollegen und den Pflege-Experten einig. Die sogenannten „zusätzlichen Betreuungskräfte“ seien hier eine große Hilfe. Die Bundesagentur für Arbeit unterstütze die Suche nach geeigneten Pflegehelfern und biete dazu Qualifizierungsmaßnahmen an, informierte Hagemann. Grundlage dafür sei das „Pflege-Weiterentwicklungsgesetz“, mit dem die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen – insbesondere mit Demenzerkrankung – verbessert worden sei.

 

Die Pflegekassen übernähmen dabei für je 25 Heimbewohner mit besonderem Betreuungsbedarf die Kosten für eine zusätzliche Pflegekraft. Im „Haus Jacobus“ stünden 2 ½ Stellen für solche zusätzlichen Hilfskräfte für Demenzkranke, die betreuende Aufgaben hätten, zur Verfügung, freute sich Haller.

 

Bild: Geschäftsführerin Rosalinde Dinges (Bildmitte) sowie die für das „Service-Wohnen“ zuständige Mitarbeiterin, Nelli Klassen 2. von links), erläuterten MdB Klaus Hagemann (links) und seinen Osthofener SPD-Stadtratskollegen Kai Kronauer (rechts) und Alexander Ebert die Pläne sowie das Konzept des neuen Wohnbereichs im „Haus Jacobus“.

 

Marco Sussmann

Veröffentlicht am 14.04.2009 von Peter Martens