Frank-Walter Steinmeier: „Wir machen ernst mit der Bildungsoffensive“ – „Wir wollen gleiche Bildungschancen für alle“

Frank-Walter Steinmeier: „Wir machen ernst mit der Bildungsoffensive“ – „Wir wollen gleiche Bildungschancen für alle“

KIEL Auf dem Bildungskongress der SPD am 20. August 2009 in Kiel hat SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier eine neue Bildungsoffensive der SPD angekündigt.

„Die Chance auf Arbeit und ein eigenständiges Leben hängt immer stärker von einer guten Bildung ab. Bildungspolitik ist deshalb die Schlüsselaufgabe für gute Politik in den kommenden Jahren. Vielleicht sogar die Schicksalsfrage. Deutschland braucht eine Bildungsoffensive wie in den 60er und 70er Jahren. Wir Sozialdemokraten meinen das ernst, und wir machen jetzt ernst! Dafür trete ich an!“

 

„Willy Brandt, Helmut Schmidt und viele junge Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben unserem Land damals mit diesem Bildungsaufbruch ein frisches und modernes Gesicht gegeben. Viele haben davon profitiert, auch ich ganz persönlich. Wir Kinder von kleinen Leuten durften plötzlich zur höheren Schule und zur Universität. Viele Hochschulen wurden neu gegründet. Unser Land war in Bewegung. Diese Neugier auf Zukunft, diesen Aufbruchsgeist müssen wir wieder wecken! Das ist mein Ziel!“

 

„Seit 146 Jahren lautet unser sozialdemokratischer Anspruch: Emanzipation durch Bildung. Wir wissen genau, Wissen ist Macht und Bildung ist Teilhabe. Und deswegen ist es nicht egal, wer regiert.  Wir brauchen Bildung für die, für die die Wege weiter sind. Wir stehen für eine andere Gesellschaft, zukunftsfähig und modern. Wir wollen gleiche Bildungschancen für alle. Darum werden wir gebraucht, mehr denn je!“

 

„Es ist kein Naturgesetz, dass die Chancen für Kinder in Deutschland ungleich verteilt sind – je nachdem, in welchem Stadtteil sie aufwachsen. Wir wollen, dass sich das ändert! Deshalb geben wir Geld für Ganztagsschulen aus! Deshalb geben wir Geld für Kitaplätze! Deswegen wollen wir das Schüler-BaföG wieder einführen.“

 

„Bildungskarrieren dürfen nicht im Alter von 10 Jahren entschieden sein. Auf dem Weg müssen wir zweite und dritte Chancen schaffen. Das Bildungs-Modell der Konservativen setzt dagegen auf frühes Aussortieren, fast immer auf Kosten der Schwachen. Das ist unsozial. Das gießt die Spaltung der Gesellschaft in Beton. Und es schadet im Zeitalter des demografischen Wandels auch dem Wohlstand und der sozialen Sicherheit. “

 

„Gute Bildungspolitik ist teuer. Die Menschen nehmen uns den Bildungsaufbruch erst ab, wenn wir wirklich mehr Geld in Bildung stecken. Wir dürfen bei der Bildung nicht sparen, sondern müssen  investieren! Daran erkennt man, dass Schwarz-Gelb von guter Bildung nur schwadroniert. Tatsächlich machen sie das Gegenteil. Frühe Auslese, Studiengebühren, und jetzt auch noch massive Steuersenkungen. Das ist eine politische Geisterfahrt auf Kosten unserer Kinder und unserer Zukunft!“

Veröffentlicht am 22.08.2009 von Peter Martens