Klaus Hagemann (SPD) gewinnt Wahlkreis Worms vor Dr. Ludwig Tauscher (CDU) – „Ich nehme die Rolle der Opposition an“

Klaus Hagemann (SPD) gewinnt Wahlkreis Worms vor Dr. Ludwig Tauscher (CDU) – „Ich nehme die Rolle der Opposition an“

ALZEY (AZ) Diese Wahlnacht wird Klaus Hagemann so schnell nicht vergessen. Der SPD-Mann hat den Wahlkreis Worms-Alzey-Oppenheim zwar verteidigt, wieder das Direktmandat erkämpft und kehrt in den Bundestag zurück. Aber mit unerwartet knappem Vorsprung vor seinem CDU-Rivalen Dr. Ludwig Tauscher. Am Ende betrug der Abstand gerade mal 2.329 Stimmen.

Diese Wahlnacht wird Klaus Hagemann so schnell nicht vergessen. Der SPD-Mann hat den Wahlkreis Worms-Alzey-Oppenheim zwar verteidigt, wieder das Direktmandat erkämpft und kehrt in den Bundestag zurück. Aber mit unerwartet knappem Vorsprung vor seinem CDU-Rivalen Dr. Ludwig Tauscher. Am Ende betrug der Abstand gerade mal 2.329 Stimmen.

 

“Damit hatte ich nicht gerechnet“, räumte der 61-Jährige am Sonntagabend freimütig ein. Eine Erklärung für das schwache Abschneiden hatte er nicht. “Ich persönlich habe mir nichts vorzuwerfen.“ Enttäuschte SPD-Wähler, die zu Hause blieben, der Sog der abgestraften Bundespartei ­- dort seien die Gründe wohl zu suchen, vermutet Hagemann. 1994 bis 98 habe er Opposition gelernt. “Und diese Rolle nehme ich nun in demokratischer Demut und im Respekt vor dem Wähler an.“

 

CDU-Kandidat Dr. Ludwig Tauscher zeigte sich zufrieden: “Natürlich hätte ich gerne das Direktmandat gewonnen, ich war Hagemann ja auch dicht auf den Fersen.“ Es sei aber nun mal äußerst schwierig, gegen einen Bewerber zu gewinnen, der bereits 20 Jahre Mitglied im Bundestag ist und in der Öffentlichkeit ganz andere Darstellungsmöglichkeiten habe. Die leichten Verluste der CDU führt Dr. Tauscher auf die zahllosen Kompromisse zurück, die die CDU in der großen Koalition habe machen müssen. “Unsere Wähler haben von Angela Merkel mehr Biss und in der Koalition eine klarere CDU-Politik erwartet.“ Mit seinem Erststimmen-Ergebnis war Manuel Höferlin mehr als zufrieden. Es könnte für den Liberalen sogar reichen, in den Bundestag einzuziehen, was allerdings bis Redaktionsschluss nicht mehr zu klären war. Viel wichtiger war ihm allerdings die Zweitstimme, dafür habe er vor allem gerackert. Mit Erfolg: “Unser Bundesergebnis ist phänomenal“, jubelte der 36-Jährige.

 

Auch Pia Schellhammer (Grüne) freute sich über die Verdopplung der Erststimmen. “Aber ich habe vor allem für ein gutes Ergebnis bei den Zweitstimmen gekämpft, um das Landesergebnis zu stützen und auf ein zweistelliges Resultat gehofft. Das hat geklappt, darüber freue ich mich sehr“, zählte sich auch die 24-Jährige zu den Wahlprofiteuren.

 

Michael Post (Linke) hätte gerne noch einige Prozent mitgenommen, um im Wahlkreis an die zehn Prozent plus x zu kommen, wie dies die Bundespartei vorgegeben hatte. Zufrieden ist er dennoch. “Man muss mal die irre Entwicklung sehen. Vor einem Jahr bin ich bei der Linken eingetreten und jetzt ihr Direktkandidat, das ist atemberaubend.“ Gleichwohl sei noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. “Wir werden in Zukunft weiter zulegen“, ist sich der 47-Jährige sicher.

 

Von Armin Burkart und Roland Keth

Veröffentlicht am 28.09.2009 von Peter Martens