Anklam-Trapp/Sahler-Fesel: Kulturspezifische Bedürfnisse von pflegebedürftigen Menschen berücksichtigen – Angebote im Gesundheitsbereich für ältere Menschen mit Migrationshintergrund verbessern

Anklam-Trapp/Sahler-Fesel: Kulturspezifische Bedürfnisse von pflegebedürftigen Menschen berücksichtigen – Angebote im Gesundheitsbereich für ältere Menschen mit Migrationshintergrund verbessern

„Die Antwort der Landesregierung auf unsere Kleine Anfrage ‚Kultursensible Pflege in Rheinland-Pfalz‘ gibt einen guten Überblick über die Beratungs- und Angebotsstrukturen für pflegebedürftige Migrantinnen und Migranten sowie ihre Angehörigen und macht deutlich, dass den kulturspezifischen Bedürfnissen von pflegebedürftigen Menschen angemessen Rechnung getragen werden muss“, so die Abgeordneten Kathrin Anklam-Trapp und Ingeborg Sahler-Fesel, Obfrau der SPD-Fraktion in der Enquete-Kommission ‚Integration und Migration’.

Die Landesregierung hat frühzeitig verschiedene Initiativen ergriffen, um Migrantinnen und Migranten in das Pflege- und Gesundheitssystem zu integrieren, beispielsweise durch die modellhafte Einrichtung einer Beratungsstelle für ältere Migrantinnen und Migranten. Ein Runder Tisch zur kultursensiblen Altenpflege arbeitet unter Einbeziehung von Praktikerinnen und Praktikern an Vorschlägen und Konzepten zur Umsetzung eines entsprechenden Memorandums. In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz ist die Broschüre ‚Familien kultursensibel pflegen’ als ein interkulturelles Begleitheft zum Familienpflegeratgeber entstanden.

 

Ferner ist es ein Ziel des Landesintegrationskonzeptes, die Teilhabe an und die Nutzung von Angeboten im Gesundheitsbereich für ältere Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern. Der vorliegende Entwurf des Landesgesetzes über Wohnformen und Teilhabe enthält die Vorgabe, dass ältere oder pflegebedürftige Menschen sowie Menschen mit Behinderungen, die in Wohnformen verschiedener Ausprägung zusammenleben, hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Bedarfe zu achten sind.

 

„Zurzeit werden nur in Einzelfällen Migrantinnen und Migranten in stationären Einrichtungen gepflegt. Ihre Zahl wird sich in den kommenden Jahren erhöhen, da ein Großteil der Einwanderergeneration demnächst ein Alter erreicht, in dem eine Pflegebedürftigkeit eintreten kann. Für viele Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund in Deutschland ist es ein neues Phänomen, dass ältere Menschen nicht ausschließlich in der Familie versorgt werden. Kultursensible Pflege trägt dazu bei, dass eine pflegebedürftige Person entsprechend ihrer individuellen Werte, kulturellen und religiösen Prägungen und Bedürfnisse leben kann.

 

Am 10. November wird sich die Enquete-Kommission ’Integration und Migration’ in einer Anhörung intensiv mit dieser Thematik beschäftigen. Wir sind gespannt auf die Erfahrungsberichte und Handlungsempfehlungen der Praktikerinnen und Praktiker“, erklären Anklam-Trapp und Sahler-Fesel.

Veröffentlicht am 21.10.2009 von Peter Martens