Wahl-Schock: Jetzt erst recht! – Eintrittswelle bei der SPD

Wahl-Schock: Jetzt erst recht! – Eintrittswelle bei der SPD

Die Sozialdemokraten profitieren von ihrem Wahldebakel und dem Machtwechsel – mehr Deutsche wollen Genossen werden. Die SPD-Zentrale erwartet nach SPIEGEL-Informationen mehr als 3200 Parteieintritte.

Mitten in ihrer tiefsten Depression erlebt die SPD eine Eintrittswelle: Seit der verlorenen Bundestagswahl am 27. September haben sich 2525 meist jüngere Leute per Internet angemeldet.

 

Da erfahrungsgemäß viele auch ganz traditionell bei den Ortsvereinen eintreten, wird im Berliner Willy-Brandt-Haus mit mehr als 3200 neuen Genossen gerechnet. „Die Leute wollen sich wirklich engagieren“, freut sich der Kölner SPD-Fraktionschef Martin Börschel über die unerwarteten Sympathiebekundungen.

 

Der Frankfurter Sozialpsychologe Rolf van Dick erklärt die Eintrittswelle damit, dass das „Wahlergebnis der SPD ein Schock für viele Linksliberale“ war – und damit der Anstoß, sich selbst zu engagieren, weil sie davon ausgingen, dass die Volkspartei wichtig für dieses Land sei.

 

Vermehrte Parteieintritte nach einem Regierungswechsel sind kein neues Phänomen. 1982, nach dem Sturz von Helmut Schmidt, wurden 40.000 Menschen SPD-Mitglied, viele aus Wut über den Partnertausch der FDP. Diese Eintrittswelle konnte den Abwärtstrend der SPD jedoch nicht aufhalten.

Veröffentlicht am 24.10.2009 von Peter Martens