Das stärkste Kapital der Demokratie – Hubertus Heil über den Mauerfall 1989

Das stärkste Kapital der Demokratie – Hubertus Heil über den Mauerfall 1989

Als das „stärkste Kapital einer Demokratie“ hat Hubertus Heil zum 20. Jahrestag des Mauerfalls die Kraft der Bürgerinnen und Bürger bezeichnet. Diese Erfahrung müsse auch die Politik berücksichtigen – gerade in der Wirtschafts- und Finanzkrise.

Heute vor 20 Jahren „gelang den Menschen in der DDR ihre Befreiung – friedlich und aus eigener Kraft“, erinnerte am Montag SPD-Generalsekretär Hubertus Heil. Am 9. November 1989 verlas Günter Schabowski – Mitglied des Polit-Büros der DDR – vor laufenden Kameras, dass ab sofort Privatreisen ins „Ausland“ ohne Vorliegen von Voraussetzungen wie Reiseanlässen oder Verwandtschaftsverhältnissen beantragt werden können. Damit besiegelte Schabowski den Fall der Mauer, den mutige Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Protest zuvor erkämpft hatten.

 

„In unzähligen Initiativen haben die Menschen in Ostdeutschland ihr Schicksal selbst in die Hand genommen“, so Heil. Diese Kraft sei bis heute inspirierend. Denn die Überwindung der deutschen wie der europäischen Teilung hob der SPD-Generalsekretär als Ergebnis einer großen demokratischen Bewegung hervor. „Demokratie wurde seit der Entspannungspolitik von Willy Brandt und anderen für immer mehr Menschen hinter dem Eisernen Vorhang auch deshalb zum Ideal, weil ihre Vorteile für Jeden sichtbar wurden.“

 

Heil verwies darauf, dass Demokratie ohne die reale Chance auf aktive Teilhabe, auf soziale Gerechtigkeit und einen solidarischen Lastenausgleich zu erstarren drohe. „Gerade bei der Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise muss die Politik das beherzigen. Die friedliche Revolution in der DDR erinnert uns daran, dass die Kraft der Bürger und Bürgerinnen das stärkste Kapital einer Demokratie ist“, betonte der SPD-Generalsekretär.

Veröffentlicht am 09.11.2009 von Peter Martens