„Der Mensch muss wieder in den Mittelpunkt rücken“ – Jungsozialisten und MdB Klaus Hagemann analysieren das Ergebnis der Bundestagswahl

„Der Mensch muss wieder in den Mittelpunkt rücken“ – Jungsozialisten und MdB Klaus Hagemann analysieren das Ergebnis der Bundestagswahl

Zu einem gemeinsamen Stammtisch mit Klaus Hagemann, MdB, luden die Jusos Alzey-Worms in die Osthofener Gaststätte „Die Brille“ ein, um über die diesjährige Bundestagswahl zu diskutieren. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Hagemann berichtete zunächst im Detail über die Ergebnisse im Wahlkreis Worms-Alzey-Oppenheim (207): Das Direktmandat konnte er mit 2363 Stimmen (1,6%) Vorsprung gegenüber dem CDU-Kandidaten erringen. Mit nur 27% erzielte die SPD dabei jedoch das schlechteste Zweitstimmenergebnis der Nachkriegszeit.

Aus Sicht des Vorsitzenden des VDK-Kreisverbandes Worms, Otto Stridde, seien Hartz-IV und die Rente mit 67 die möglichen Ursachen dieser historischen Wahlniederlage. „Es ist ganz klar: Wir müssen dort nachbessern, uns dort korrigieren, wo bei Reformen handwerkliche Fehler gemacht wurden – die Intention und das Grundprinzip dieser waren, sind und bleiben jedoch richtig!“, ergänzte Sebastian Becker, Sprecher der Jusos Alzey-Worms.

 

Aus der Runde der jungen Sozialdemokraten wurden weitere mögliche Gründe für das schlechte Abschneiden genannt: So habe man innerparteiliche Flügelkämpfe öffentlich ausgetragen, wodurch die SPD letztendlich Glaubwürdigkeit und die Deutungshoheit in der Gesellschaft verloren habe. In Zeiten unvorstellbar teurer Konjunkturpaketen und Firmenrettungen sei der Mensch mit seinen Ängsten vernachlässigt worden. „Es fühlen sich viele Menschen verloren“, fügte Kai Kronauer, der Fraktionsvorsitzende der Osthofener SPD, hinzu, der es schließlich auf den Punkt brachte: „ Der Mensch muss wieder in den Mittelpunkt rücken.“ „Auf dieses Ergebnis muss ein ausführlicher Diskurs folgen!“, stellte Klaus Hagemann resümierend fest.

 

Der zweite Diskussionspunkt des Abends war der Koalitionsvertrag zwischen Union und FDP. Dabei waren sich die Anwesenden einig, dass es keine großen Erwartungen an die schwarz-gelbe Regierungskoalition gäbe. In dem Koalitionsvertrag stünden etliche Prüfungsanträge und nur wenig konkrete Beschlüsse. Es sei zu befürchten, dass gerade die soziale Gerechtigkeit, Bildung und Umwelt ins Hintertreffen geraten, erläuterte der Parlamentarier Hagemann. Da nach zweistündigen Diskussionen nicht alle Themen in Gänze erörtert werden konnten, beschloss die Runde weitere Stammtische im neuen Jahr durchzuführen.

 

Veröffentlicht am 29.11.2009 von Peter Martens