Verändertem Bedarf Rechnung getragen – SPD besichtigt Urnengrabwand auf dem Bergfriedhof Osthofen

Verändertem Bedarf Rechnung getragen – SPD besichtigt Urnengrabwand auf dem Bergfriedhof Osthofen

Die SPD Mitglieder des Friedhofsausschuss haben im Rahmen einer Begehung des städtischen Bergfriedhofes die kürzlich fertigstellte zweite Urnengrabwand besichtigt. Dabei erläuterte der zuständige Sachbearbeiter der Stadtverwaltung Osthofen, Ronald Ferino, die Bauweise und die Ausgestaltung der neuen Grabwand.

Insgesamt 192 Kammern bilden die zweite Urnenwand auf dem Bergfriedhof. Nachdem innerhalb kürzester Zeit die Grabkammern in der ersten Urnenwand nahezu komplett verkauft werden konnten, kam sehr schnell der Wunsch aus der Bevölkerung nach einer zweiten Gräberwand.

 

„Die Bestattungskultur hat sich auch in Osthofen verändert“, beschreibt Ortsvereinsvorsitzender Alexander Ebert den Grund für den zweiten Bau. „Denn Zwischenzeitlich wird fast die Hälfte aller Bestattungen als Feuerbestattung durchgeführt“, so Ebert. Nach Ansicht der Osthofener Sozialdemokraten spiegelt die Urnen- bzw. Feuerbestattung die Veränderung in der Gesellschaft wieder. Oft wohnen Angehörige nicht in der Nähe oder es sind erst gar keine mehr vorhanden, die sich um die Grabpflege kümmern können.

 

Auch das Bewusstsein des Gedenkens an die Verstorbenen sei ein anderes geworden. Hat man früher riesige Gräber angekauft, geht die heutige Gesellschaft auch bei Beerdigungen immer mehr dem Gedanken nach, Geld für Grabsteine und regelmäßige Bepflanzungen sparen zu können. Und dennoch den Wunsch erfüllen kann, eine würdige Grabstelle vorzufinden, um den Verstorbenen zu gedenken.

 

Insgesamt wurden in das zweite Bauprojekt auf dem städtischen Bergfriedhof rund 92.000 Euro verbaut, beziffert Ronald Ferino von der Stadt Osthofen die Baukosten. Mit der zweiten Urnenwand ist der Bedarf der nächsten Jahre voraussichtlich gedeckt und bietet zur weiterhin stattfindenden Erdbestattung für Urnen eine besondere Alternative.

 

Fraktionsvorsitzender Kai Kronauer ist froh und dankbar, dass die zweite Urnengrabwand nun fertiggestellt ist und von der Bevölkerung bereits angenommen wurde. „Wir haben den veränderten Bedarf bei den Bestattungen Rechnung getragen. Den Wunsch der Bevölkerung haben wir aufgegriffen und realisiert“, stellt Kronauer fest. Abschließend sind Ebert und Kronauer der Auffassung, „dass Osthofen die wohl einzige Kommune in ganz Rheinland-Pfalz ist, die zur Zeit Urnengrabwände anzubieten hat.“

 

Darüber hinaus freut es die beiden Kommunalpolitiker aber auch, dass Nachbargemeinden an den Osthofener Erfahrungen teilhaben wollten und sich vor Ort informieren. „So stellen wir uns überregionale kommunale Zusammenarbeit vor, die in Zukunft eine immer größere Rolle spielen wird und muss, die die alten Strukturen überflüssig werden lässt.“

 

Alexander Ebert

 

 

Veröffentlicht am 29.03.2010 von Peter Martens