SPD will Friedwald auf Osthofener Friedhof – „An den Wurzeln eines Baumes die letzte Ruhe finden“

SPD will Friedwald auf Osthofener Friedhof – „An den Wurzeln eines Baumes die letzte Ruhe finden“

Die Osthofener Sozialdemokraten wollen auf dem Gelände des städtischen Bergfriedhofs einen Friedwald einrichten. Da die Feuerbestattung immer mehr zunimmt und auch der Wunsch von Trauernden mehr zu einem neuen Naturverständnis übergeht, „wollen wir mit einem Friedwald den veränderten Gewohnheiten entgegenkommen“, so der SPD-Vorsitzende Alexander Ebert.

Dazu konnte sich nun die SPD-Stadtratsfraktion in einer ihrer letzten Sitzungen verständigen und bringt diese weitere Möglichkeit der Urnenbestattung als Antrag zur nächsten Sitzung des Stadtrates ein. „Der Grund über einen Friedwald nachzudenken und einzurichten ist, dass insgesamt mehr zur Urnenbestattung übergegangen wird. Dadurch geht die zu nutzbare Friedhofsfläche insgesamt zurück. Auch der Gedanke, an den Wurzeln eines Baumes die letzte Ruhe zu finden, hat etwas Besonderes und die Grabpflege wird von der Natur übernommen“, beschreibt Ebert einen weiteren Grund für die Idee.

 

„Der zweite Bau einer Urnenwand auf dem städtischen Friedhof zeigt sehr deutlich, dass sich auch zwischenzeitlich sehr viele frühzeitig um die eigene Beerdigung Gedanken machen, weil z.B. keine Verwandtschaft vorhanden ist, die sich im Todesfall und danach für die Grabespflege verantwortlich fühlt. Im Vergleich zu früher haben die Menschen heute ein anderes Bewusstsein zum eigenen Sterben und Tod entwickelt. Viele suchen sich ihr Grab oder die Kammer in der Urnenwand selbst aus“, so Kai Kronauer, Chef der sozialdemokratischen Stadtratsmitglieder. So soll das auch bei einem Friedwald möglich sein: „Wer für seinen Todesfall vorsorgen will, kann sich bei einem Friedwald für »seinen Baum« entscheiden, an dem später dann die eigene Asche beigesetzt werden soll“, erklärt Kronauer.

 

„Dabei gibt es verschiedene Arten von Gräbern“, berichten Ebert und Kronauer. „Während sich einzelne Personen ihr Grab an einem »Gemeinschaftsbaum« aussuchen, gibt es für Gruppen oder Familien an einem »Freundschaftsbaum« oder »Familienbaum« die Grabstellen. Insgesamt sollen an einem Baum bis zu zehn Urnen beigesetzt werden können“, erklären die beiden Kommunalpolitiker ein mögliches Nutzungskonzept.

 

Ihre Fraktion haben sie davon überzeugen können, naturnahe Urnenbeisetzungen zu ermöglichen und per Antrag in den Rat einzubringen. Eine eventuell geeignete Fläche haben die Genossen auch schon ins Auge gefasst.

 

Alexander Ebert

 

Veröffentlicht am 12.08.2010 von Peter Martens