Letzte Ruhestätte unter Bäumen – Osthofener Parlamentarier sprechen sich für Friedwald aus

Letzte Ruhestätte unter Bäumen – Osthofener Parlamentarier sprechen sich für Friedwald aus

(Manfred Jans, WZ) Auf Antrag der SPD-Fraktion sprach sich der Stadtrat einstimmig dafür aus, dass die Verwaltung die Anlage eines so genannten „Friedwalds“ auf dem Bergfriedhof prüft und anschließend umsetzt. „Ich bin von Bürgern schon oft angesprochen worden, ob es so etwas auch auf dem Osthofener Friedhof gibt und wo“, berichtete SPD-Fraktionschef Kai Kronauer.

Die Genossen begründeten ihren Antrag außerdem damit, dass sich ein Wechsel vollzogen habe von der klassischen Erdbestattung hin zur Urnenbestattung und schon bei der Errichtung der ersten Urnenwand ein regelrechter „Run“ eingesetzt habe. Der Bau der zweiten Urnenwand und die Nachfrage habe dies bestätigt. Darüber hinaus reduziere sich auch der Flächenverbrauch auf dem Bergfriedhof.

 

Zum anderen, trug Kronauer vor, „werden die Bürger eine weitere Alternative erhalten, ihrer verstorbenen Angehörigen zu gedenken. Eine Alternative, die einem sich verändernden Naturbewusstsein gerecht wird und einer sich wandelnden Bestattungskultur“. An den Wurzeln eines Baumes die letzte Ruhe zu finden, habe etwas Besonderes, die Grabpflege übernehme die Natur. „Oftmals gibt es vor Ort keine Angehörigen mehr, die sich um die Grabpflege kümmern können oder sich überhaupt dafür verantwortlich fühlen“, fügte Kronauer hinzu. Bei einer Ortsbegehung auf dem Bergfriedhof habe sich die an den Teil XII angrenzende Fläche in Richtung Osten, die derzeit nicht genutzt werde, als geeignet erwiesen. „Bäume gibt es dort zwar noch keine, aber die kann man ja anpflanzen“, meinte der SPD-Fraktionssprecher.

 

Die übrigen Ratsfraktionen sahen das im Grunde ebenso. „Diese derzeit brachliegende Fläche könnte man dafür nutzen, zusätzlich zum Beispiel auch für eine weitere Urnenwand“, fand Günter Sum (CDU). Nur über den Begriff sollte man seiner Meinung nach noch mal nachdenken. „Osthofen hat nun mal keinen Wald“, sagte er. Trotzdem sei es bestimmt sinnvoll, sich die Friedwälder, die es in Bad Dürkheim oder Jagsthausen gebe, einmal anzuschauen, um einen Eindruck zu gewinnen. Die CDU befürwortete weitere Beratungen zu diesem Thema im Friedhofsausschuss. Klaus Mehring schloss sich dem namens der FWG an.

 

Mehrgenerationenhaus im Ziegelhüttenweg

 

Einstimmig beschloss der Stadtrat auch eine vereinfachte Änderung des Bebauungsplans „Ziegelhüttenweg, Abschnitt C“. Sie betrifft die Dachformen der dort entstehenden Häuser. Erlaubt sind bislang, wie Bauamtsleiter Bernd Wieder erläuterte, nur Walm- oder Satteldächer. Allerdings soll in diesem Baugebiet ein Mehrgenerationenhaus errichtet werden. Um den großen Gebäudekomplex optisch besser gliedern zu können, wurde der Bebauungsplan dahin gehend abgeändert, dass bei untergeordneten Teilen des Hauptgebäudes auch Flachdächer erlaubt sein sollen. Dies lockert das Erscheinungsbild des Gebäudes auf.

 

Mit finanzieller Unterstützung des Landes aus dem Konjunkturpaket II wird die Kindertagesstätte „Regenbogen“ im Stärkmühlweg energetisch saniert. Die Stadt werde einen entsprechenden Antrag auf Förderung stellen, kündigte Bürgermeister Müller an. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich nach Auskunft von Bauamtsleiter Bernd Wieder auf etwa 440 000 Euro. Für die Planungen des ersten Bauabschnitts beauftragte der Stadtrat das Wormser Architektenbüro Eisenlohr, Deibert & Partner. Das Auftragsvolumen hierfür liegt nach Wieders Schätzung zwischen 12 000 und 15 000 Euro.

Veröffentlicht am 02.09.2010 von Peter Martens