Osthofen steht zur Dreierlösung – Bürgermeister und Fraktionen halten an Stadtratsbeschluss fest / Umsetzung noch dieses Jahr angestrebt

Osthofen steht zur Dreierlösung – Bürgermeister und Fraktionen halten an Stadtratsbeschluss fest / Umsetzung noch dieses Jahr angestrebt

(Manfred Janß, WZ) Für die Stadt Osthofen bleibt im Zuge der Kommunal- und Verwaltungsreform ein Zusammenschluss mit den Verbandsgemeinden Eich und Westhofen die primäre Option. Daran ließen Bürgermeister und Ratsfraktionen in einem Pressegespräch keinen Zweifel. In der Wein- und Sektstadt gibt es zudem klare Vorstellungen über ihre Verhandlungsposition.

„Wir erheben ganz klar den Anspruch auf den Sitz der neuen Verbandsgemeinde. Osthofen wird mit Abstand die größte Ortsgemeinde sein, deshalb ist es nur natürlich, dass hier auch die Verwaltung ihren Sitz hat. In Westhofen und Eich ist das ja im Moment genauso“, steht für Bürgermeister Bernd Müller (SPD) fest. Osthofen verfüge zudem über die umfangreichste Infrastruktur. „Es gibt eine Grundschule und eine IGS, Kindergärten, Bahnanschluss an die Hauptstrecke Mainz-Mannheim, die zudem bald S-Bahnverkehr haben wird, Osthofen wird von sechs Buslinien angefahren, es gibt Straßenverbindungen zu allen Zentren in der Nähe und bedeutendes Gewerbe“, zählte der Bürgermeister auf.

 

Befürchtungen, dass in Osthofen bei einer Dreierfusion nun ein neues großes Verwaltungsgebäude notwendig sei, das Einspareffekte durch eine Zusammenlegung zunichte machen würde, zerstreute der Stadtchef. „Man kann die drei Fachbereiche, die es in einer Verwaltung gibt, dezentralisieren. Osthofen wäre dann Sitz der Hauptverwaltung mit den Finanzen. Dafür reicht das vorhandene Verwaltungsgebäude vollkommen aus. Die Fachbereiche zwei und drei kann man auf Westhofen und Eich verteilen, auch dort gibt es komplette Verwaltungsgebäude“, erläuterte er. Behördengänge könnten die Bürger aber an allen drei Standorten in vollem Umfang erledigen. Bei einer Dreierfusion komme sogar noch ein Bürgerservice hinzu. „Ab 25 000 Einwohnern verfügt eine Verwaltung auch über eine Führerscheinstelle“, erklärte Müller.

 

Die Vertreter der drei Ratsfraktionen blieben ebenfalls klar bei der Dreierfusion als einzig vernünftige Lösung und verwiesen zudem darauf, dass dies im Stadtrat auch als vordringliche Option beschlossen worden sei. „Sollte sich eine Dreierlösung nicht, wie im Stadtrat beschlossen, bis 31. Dezember dieses Jahres umsetzen lassen, sollten wir zunächst mit Eich engere Gespräche über einen Zusammenschluss führen“, ergänzte Alexander Ebert (SPD). Die VG Eich, meinte Klaus Mehring (FWG), müsse schließlich derzeit nicht fusionieren, sei aber bereits vor fast zwei Jahren mit einem Angebot auf die Stadt Osthofen zugekommen. Mehring sprach sich im Gegensatz zu Ebert aber dafür aus, „ein Angebot auch an die VG Westhofen abzugeben, falls eine Dreierfusion in diesem Jahr nicht zustande kommt.“

 

Hans-Peter Knierim (CDU) sah das genauso und findet es überdies eine „komfortable Lage für Osthofen, zwei potenzielle Partner zu haben.“ Eine Dreierlösung ist für ihn gleichwohl die erste Option, die von Stadtchef Müller vorgeschlagene Dezentralisierung der Verwaltung auf drei Standorte wäre für ihn zudem „im Zeitalter der EDV kein Problem.“ Allerdings müssten die Standorte dann miteinander vernetzt sein, wofür es in allen drei Verwaltungen aber Spezialisten gebe.

Veröffentlicht am 24.09.2010 von Peter Martens