Ziel heißt „neue VG Wonnegau“ – Wormser Zeitung, Manfred Janss

Ziel heißt „neue VG Wonnegau“ – Wormser Zeitung, Manfred Janss

Bei ihrer Klausurtagung vor zwei Wochen haben die Osthofener Sozialdemokraten ihre Überzeugung untermauert, dass im Zuge der anstehenden Kommunal- und Verwaltungsreform eine Dreierfusion mit den Verbandsgemeinden Eich und Westhofen die vernünftigste Lösung für alle drei Partner ist.

Da es unter den Bürgern – nicht nur in Osthofen – aber nach wie vor Skepsis gegenüber dieser Variante gibt, will die SPD, wie Bürgermeister Bernd Müller im Gespräch mit der WZ sagte, „nun offensiv an Bevölkerung gehen und darüber informieren.“ Dazu sind mehrere Veranstaltungen vorgesehen, los geht es damit am 30. November (siehe Infokasten). „Das ist eine objektive Vorstellung der künftigen Entwicklung und nicht parteipolitisch eingefärbt“, betont der Stadtchef ausdrücklich. „Inhalte werden unter anderem der zu erwartende demographische Wandel und die praktischen Auswirkungen sein. Alle Zahlen sind vom Statistischen Landesamt belegt und nachprüfbar“, ergänzt SPD-Fraktionschef Kai Kronauer. Die SPD strebe eine neue VG mit mindestens 25 000 Einwohnern an, „um auf lange Sicht eine zukunftsfähige Kommune zu schaffen“, erklärt Kronauer weiter. Und dies lasse sich nur mit einer Dreierfusion zu einer VG Wonnegau erreichen. Zudem, ergänzt der SPD-Fraktionschef, liegt der landesweite Durchschnitt bei 14 Ortsgemeinden pro Verbandsgemeinde. „Die neue VG Wonnegau läge mit 16 Ortsgemeinden also noch im Soll“, verdeutlicht er außerdem.

 

Die Genossen wollen deshalb jetzt vor allem Überzeugungsarbeit leisten. „Wir werden über die Hintergründe informieren, weshalb eine Dreierlösung erstrebenswert ist und wollen mit den Bürgern darüber ins Gespräch kommen“, kündigt der Osthofener SPD-Vorsitzende Alexander Ebert an. Dazu sei ein fundierter Vortrag ausgearbeitet worden mit allen Fakten. „Wir werden unseren Nachbarn in Eich und Westhofen anbieten, diesen Vortrag auch dort zu halten“, erklärt Stadtchef Müller. Am 27. März 2011 soll es zudem eine Bürgerbefragung geben. Der Stadtrat fasste auf Antrag der CDU jüngst einen entsprechenden Beschluss (die WZ berichtete). „Spätestens drei Monate danach aber muss eine Einigung erzielt sein. Darüber sind auch meine Amtskollegen in Eich und Westhofen unterrichtet“, betont der Stadtchef unmissverständlich.

 

Weiteres wichtiges Thema der Klausurtagung war die Wahl des Osthofener Bürgermeisters. Anfang Februar 2011 endet die Amtszeit von Bernd Müller. Allerspätestens 2014 aber wird die Stadt Osthofen nicht mehr verbandsfrei, sondern Ortsgemeinde einer neuen Verbandsgemeinde. Dann ist der Stadtbürgermeister nicht mehr hauptamtlich, sondern ehrenamtlich. Ein hauptamtlicher Bürgermeister wird in Osthofen daher definitiv nicht mehr gewählt. Wie Bernd Müller beim Pressetermin informierte, habe die Kreisverwaltung angefragt, ob er als Beauftragter für eine Übergangszeit zur Verfügung stehe. „Ich habe zugesagt“, lässt der Stadtchef wissen.

 

Allerdings, so Müller weiter, sei diese Interimslösung gesetzlich auf ein Jahr begrenzt, eine Verlängerung sei nicht möglich. „Das bedeutet, spätestens im Oktober 2011 muss ein ehrenamtlicher Bürgermeister in Osthofen gewählt werden“, erklärt Müller. Interessenten für dieses Amt können sich bei Hans-Hermann Seelig, Peter Martens oder den Stadtbeigeordneten Reinhold Unkelbach und Doris Scherer melden.

 

(Ergänzende Anmerkung der SPD Osthofen: Frau Beigeordnete Terhorst gehört nicht der SPD an. Somit können bei ihr keine Vorschläge für einen SPD Bürgermeisterkandidaten gemacht werden.)

Veröffentlicht am 16.11.2010 von Peter Martens