Überzeugungskraft der Größe – Osthofener SPD wirbt bei Info-Abend für starke und zukunftsfähige „VG Wonnegau“

Überzeugungskraft der Größe – Osthofener SPD wirbt bei Info-Abend für starke und zukunftsfähige „VG Wonnegau“

(Claudia Wößner, WZ) Mit einer Veranstaltungsreihe will die Osthofener SPD die Bürger informieren, warum im Zuge der Kommunal- und Verwaltungsreform eine „Dreierfusion“ der Stadt mit den Verbandsgemeinden Eich und Westhofen – die „Verbandsgemeinde Wonnegau“ – auf Dauer die leistungsfähigste Variante ist. In der Wonnegauschule erfolgte jetzt der Auftakt der Info-Abende. Die Genossen blieben dabei nicht unter sich: Auch CDU- und FWG-Vertreter diskutierten neben einigen Bürgern zwei Stunden lang engagiert über die Notwendigkeiten der Reform. Neue Argumente kamen dabei allerdings kaum auf den Tisch, vielmehr präzisierten die Sozialdemokraten ihre Beweggründe für das Ziel der Dreierlösung.

SPD-Referent Hans-Hermann Seelig, Mitglied im Vorstand des Ortsvereins, vertraute vor allem auf die Kraft der Zahlen, um zu verdeutlichen, dass in den Kategorien Einwohner und Fläche „jede Zweierfusion nur den Stand von heute erreichen würde“ und man nur bei der VG Wonnegau in allen Bereichen auf „zukunftsfähige Zahlen“ komme. So würde die Einwohnerzahl der neu entstehenden Dreierkommune 32 500 betragen, die Fläche 159 Quadratkilometer. Größenordnungen, die beispielsweise die VG Wörrstadt (28 200 Einwohner) und die VG Alzey-Land (174 Quadratkilometer) schon jetzt erreichten.

 

Angesichts dieser Zahlen, konstatierte Seelig, „wäre eine VG Wonnegau auch politisch kein Fehler“. Damit spielte er darauf an, dass sich für einen Bürgermeister die Türen bei den Entscheidungsträgern in Mainz womöglich schneller öffnen könnten, wenn er eine starke Kommune im Rücken weiß. Auch hier zog Seelig den Vergleich zur VG Wörrstadt: Die habe fast problemlos eine IGS bekommen, während Osthofen habe „betteln“ müssen.

 

Außerdem erläuterte Seelig, dass sich für die Bürger mit der neuen Verwaltungsstruktur nur wenig ändere. Anders als bei der Zweierfusion könne bei der Wonnegau-Kommune der Bürgerservice vor Ort sogar noch die Kfz-Zulassung anbieten. Alles in allem plädierte Seelig dafür, jetzt „den Schritt zu gehen und nicht ein Schrittchen“, um in 20 Jahren nicht wieder über eine Fusion diskutieren zu müssen.

 

Über einen Zusammenschluss noch in der Freiwilligkeitsphase waren sich die Veranstaltungsbesucher über die Parteiengrenzen hinweg einig. „Wollen wir die Freiwilligkeitsphase nutzen oder wollen wir sie verstreichen lassen, um dann dem Land ausgeliefert zu sein?“, brachte es Klaus Mehring (FWG) auf den Punkt. Auch Bürgermeister Bernd Müller (SPD) stellte nochmals klar, dass man keine Wahl mehr habe. Jetzt gelte es, bei den Verhandlungen das Beste für Osthofen herauszuholen. Hans-Peter Knierim (CDU) unterstrich, dass die Wein- und Sektstadt in finanzieller Hinsicht – egal bei welcher Konstellation – der „Verlierer einer Fusion“ sei. Eine Sicht, die Müller bestätige, da Osthofen beim Zusammenschluss immer draufzahlen müsse. Gleichwohl meinte der Stadtchef: „Wir sind in Osthofen alle Einzelkinder. Jetzt kommen wir in eine große Familie und müssen teilen lernen.“

 

Der Großteil der Bürgerfragen drehte sich um die Kosten, die bei einer Fusion auf jeden Einzelnen zukommen. Das Hauptinteresse galt dabei den Abwassergebühren, die in Osthofen vergleichsweise niedrig sind, da die Stadt keine eigene Kläranlage betreibt. In Eich sind die Gebühren höher, in Westhofen niedriger. Darüber hinaus gebe es aber keine „konkreten Zahlen“, ärgerte sich ein Bürger unter anderem.

Veröffentlicht am 03.12.2010 von Peter Martens