Bahnunterführung Osthofen: Im Sommer freigegeben für Autofahrer – Staatssekretär Schweitzer informiert

Bahnunterführung Osthofen: Im Sommer freigegeben für Autofahrer – Staatssekretär Schweitzer informiert

Im Spätsommer dieses Jahres wird die Bahnunterführung am Bahnhof Osthofen für die Autofahrer freigegeben. Voraussichtlich ab Mai/Juni können die ersten Fußgänger und Fahrradfahrer die schon fertig gestellten Seitenstreifen der Unterführung nutzen. Das teilte der Staatssekretär im Landesverkehrsministerium Alexander Schweitzer (SPD) den zahlreichen interessierten Bürgerinnen und Bürgern bei einem Besuch der Baustelle mit. Schweitzer war auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Klaus Hagemann und der Landtagsabgeordneten Kathrin Anklam-Trapp (beide SPD) nach Osthofen gekommen. Gemeinsam mit Bürgermeister Bernd Müller (SPD) informierte er über den weiteren Verlauf des 10 Millionen Euro teuren Großprojektes.

Mit rund 7000 Autos auf der L 386, die pro Tag auf bis zu 90 Zügen am Bahnübergang warten mussten, war die Anfang 2009 begonnene Unterführung dringend notwendig. Vor über vier Jahrzehnten gab es schon erste Überlegungen und Planungen für das Projekt, das jeweils zu einem Drittel von Bund, Land und Bahn finanziert wird. „Aber nur mit engagierten Abgeordneten in Bund und Land kann ein solches Projekt angestoßen und verwirklicht werden“, erklärte Schweitzer mit Blick auf Klaus Hagemann und Kathrin Anklam-Trapp. „Nicht nur wegen des erheblichen finanziellen Volumens hat das Projekt im Land sehr viel Aufmerksamkeit erzeugt. Auch bautechnisch ist es eine der anspruchsvollsten Maßnahmen“, so Schweitzer weiter. Das Bauen unter Bahnbetrieb erforderte größte Sorgfalt, Sachverstand und Aufmerksamkeit. Schweitzer erinnerte an den Einschub des Bahnbauwerkes im April 2010. Der hohe Grundwasserspiegel machte eine gegen Wasser abgedichtete Baugrube notwendig. Bernhard Knoop, der Leiter des Landesbetrieb Mobilität in Worms erläuterte, dass die fertige Unterführung rund 142 Meter lang und die spätere Fahrbahn 6,5 Meter breit sein wird. Auf beiden Seiten befinden sich in der Unterführung 2,50 breite Rad- und Gehwege. Spezielle „Lochziegeln“ an den Wänden sollen den durch Fahrzeuge verursachten Lärm und Schall geradezu „auffressen“. In den kommenden Wochen werden noch in der Unterführung Stahlbetonarbeiten ausgeführt. Für die geplante Fußgängerbrücke östlich der Bahngleise wird das Schalgerüst erstellt. Ab Mai/Juni laufen dann die Erd-, Tief- und Straßenbauarbeiten im Umfeld an. „Der Bau dieser Unterführung begleitet mich nun schon mein gesamtes politisches Leben und wird Osthofen städtebaulich erheblich aufwerten“, freute sich Hagemann, der viele Jahre als Bürgermeister und Stadtratsmitglied für das Projekt gekämpft hatte, über die guten Fortschritte.

 
Umbauarbeiten zur S-Bahn im vollen Gange


Hinsichtlich der 2014 kommenden S-Bahn Rhein-Neckar, die zwischen Mainz und Mannheim verkehren soll, wird momentan auch das Vordach an Gleis 1 gekürzt. Die Arbeiten am Treppenabgang und am Fahrstuhlschacht werden im April abgeschlossen sein und die übrigen vorbereitenden Maßnahmen für die S-Bahn voraussichtlich im November. Die Bahnsteige werden erst später auf die notwendigen 76 Zentimeter angehoben und auf 210 Meter verlängert. Insgesamt wird mit großer Unterstützung des Landes in den kommenden Jahren für den Bahnhof und das Umfeld noch etwa fünf Millionen Euro investiert, wie Müller berichtete. Durch das ebenerdige Einsteigen ohne Lücke zwischen Gleis und Zug wird für ältere sowie behinderte Menschen und für Eltern mit Kinderwagen der öffentliche Personennahverkehr deutlich attraktiver werden. Darüber hinaus sind die hohe Pünktlichkeit von 97 Prozent und das schnellere und häufigere Zusteigen Vorteile der S-Bahn. „Mit der S-Bahn wird ein wirklicher Mehrwert für die Mobilität einer älter werdenden Gesellschaft geschaffen“, betont Schweitzer.

 

Veröffentlicht am 12.03.2011 von Peter Martens