Anti-Atomkraft-Demo in Biblis – In „Gräberfeld“ den Opfern gedacht – Sozialdemokraten aus Worms und Alzey-Worms unterstützen Aktion

Anti-Atomkraft-Demo in Biblis – In „Gräberfeld“ den Opfern gedacht – Sozialdemokraten aus Worms und Alzey-Worms unterstützen Aktion

(WZ) „Atomkraft – Nein Danke!“ An kaum einem Fahrrad, kaum einem Rucksack fehlte am Montag in Biblis diese Botschaft. Fahnen, Buttons, Armbinden oder Aufkleber – alle hatten sich mit diesem Logo ausgerüstet. Nach Angaben der Veranstalter protestierten rund 15.000 Menschen in Biblis gegen Atomkraft und gedachten den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima.

Die Polizei sprach von 10.000 Teilnehmern. Auch aus Worms kam eine stattliche Anzahl von Demonstranten – allein mit dem Rad kamen wohl mehr als 500 Menschen. „Wir haben einen sehr guten Zuspruch erfahren – es ist ja auch ein Abschluss der aktuellen Serie an Montagsspaziergängen“, berichtete Uli Weiß von der Wormser BUND-Kreisgruppe. Seit Monaten wurde regelmäßig in der Wormser Innenstadt montagabends für die Abschaltung der Atomkraftwerke demonstriert. Ab dem nächsten Montag will nun die Grüne Jugend die Spaziergänge in Worms fortsetzen.

Mehr Teilnehmer als erwartet

Treffpunkt in Biblis für die Wormser Demonstranten war am Riedsee westlich der südhessischen Gemeinde – einer von vier Sammelpunkten. Dort hatten sich nach Angaben von Elmar Herding vom Kritischen Kollektiv bis zum Start des Sternmarsches um kurz nach 12 Uhr über 3.000 Menschen eingefunden. Unter Fahnenführung des Kritischen Kollektivs und der Grünen Jugend setzten sich die Massen schließlich in Bewegung – die Wormser Aktivisten mit ihren Fahrrädern und Fahnen vorneweg. Der Zug führte allerdings nicht – wie zuerst geplant – ins Zentrum von Biblis, sondern zum „Gräberfeld“ nördlich des Bahnhofs. „Da sich einfach so viele Menschen an der Demonstration beteiligten, haben wir uns kurzerhand dazu entschlossen, auch auf dem Gräberfeld, das eigentlich ein Ort der Ruhe sein sollte, Musik und ein Programm anzubieten“, erläuterte Elmar Herding. Unter anderem sprach auf dem Feld der Tschernobyl-Liquidator Nikolaj Bondar über seine Empfindungen und Eindrücke. Viele Demonstranten stellten Kreuze auf, um Opfern der Atomkraft zu gedenken. Darunter auch einige Wormser.

„Wir wollen, dass etwas hinsichtlich der Atompolitik passiert“, nannte Elmar Zimmermann einen Grund, warum er am Ostermontag nach Biblis gekommen ist. „Die älteren Atommeiler gehören abgeschaltet, bei den neueren muss man eben entscheiden, wie schnell der Übergang zu atomfreier Energie geschehen kann“, ergänzte der Wormser. Anette Altmayer stimmte ihm zu – sie zeigte sich froh, dass so viele Menschen nach Biblis gekommen waren: „Es ist einfach schön, dass die Masse hierfür in Bewegung gekommen ist.“

Unter den Menschen, die sich vom Riedsee in Richtung Biblis bewegen, waren auch der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel und Landtagsabgeordneter Jens Guth. „Wir wollen natürlich auch ein Zeichen setzen. Auch wenn wir keine Parteifahne schwenken, unterstützen wir von der SPD diesen Sternmarsch“, betonte Guth. Auch OB Kissel sah es als selbstverständlich an, Präsenz zu zeigen: „Wir haben ja jüngst im Stadtrat eine Resolution für den Ausstieg aus der Atomkraft verabschiedet. Da nutze ich einen Tag wie heute, um dem mehr Wirkung zu verleihen.“ Erfreut zeigte er sich auch über die rege Teilnahme von Wormser Bürgern.

Veröffentlicht am 26.04.2011 von Peter Martens