SPD Osthofen fordert Ende von KKW Biblis – Sicherheit und Zukunft für die Menschen der Region/Atomausstieg so schnell wie möglich

SPD Osthofen fordert Ende von KKW Biblis – Sicherheit und Zukunft für die Menschen der Region/Atomausstieg so schnell wie möglich

Für die kommende Sitzung des Rates der Stadt Osthofen hat die SPD eine Resolution eingebracht. Darin fordern die Sozialdemokraten in Osthofen die Bundesregierung auf, den Atomausstieg so schnell wie möglich umzusetzen und keine Zick-Zack-Kurse zu gehen. Mit der Resolution fordert die SPD-Stadtratsfraktion die dauerhafte Abschaltung des Kernkraftwerks Biblis, ohne die Restlaufzeit auf andere AKWs zu verlagern.

„Es ist nicht die erste Resolution dieser Art, in der die Sozialdemokraten die Stilllegung der Blöcke A und B in Biblis fordern. Bereits unmittelbar nach dem Atomunfall im russischen Tschernobyl verabschiedete der Stadtrat die erste Forderung nach einem Ausstieg aus der Atomenergie“, berichtet Fraktionsvorsitzender Kai Kronauer. „So ist die SPD Osthofen vor und nach dem schweren Unfall in Japan für einen geregelten Ausstieg aus der Atomenergie“, so Kronauer weiter.

 

Aus Sicht der Osthofener Sozialdemokraten muss dieser Ausstieg so schnell wie möglich vollzogen werden, damit die Menschen Sicherheit vor dieser nicht beherrschbaren Technik erhalten. „Auch wenn das Ende der Atommeiler A und B unmittelbar bevorsteht, heißt dies aber noch lange nicht, dass die Gefahr gebannt sein wird. Uns muss bewusst sein, dass dort, wo heute noch Elektrizität aus Kernspaltung erzeugt wurde, morgen nicht gleich eine grüne Wiese sein wird. Deshalb ist es uns wichtig, dass der Ausstieg geregelt vollzogen werden kann“, so Stadtratsmitglied und Ortsvereinsvorsitzender Alexander Ebert.

 

„Geregelt bedeutet für uns, eine Umsteuerung in regenerative Energien, Arbeitsplätze am Kraftwerkstandort nicht mehr erforderlich sind, gezielt abbauen und an Standorten Arbeitsplätze schaffen, deren Zukunft einer umweltfreundlichen Energiegewinnung bzw. einer dezentralen Energieversorgung gehört“, schlägt Ebert vor. „Dabei ist uns bewusst, dass regenerative Energien auch Einfluss auf unsere Landschaft nehmen. Ob dies mit Windrädern, neuen Hochspannungsleitungen oder Speicherkapazitäten eintritt, bleibt abzuwarten. Als Industriegesellschaft ist Energie unverzichtbar und die landschaftlichen Konsequenzen regenerativer Energien sind vertretbarer, als jede Form der Kernkraft.“

 

Weiterhin fordert die SPD die Reduzierung des Energieverbrauchs, die durch Steigerung der Energieeffizienz erreicht werden soll. „Bereits in der Vergangenheit war die Stadt Osthofen immer bemüht, den Energieverbrauch zu reduzieren. So konnten in den vergangen Jahren erhebliche Mittel in dieses Ziel investiert werden. Das wollen wir auch in Zukunft so halten“, teilt SPD-Fraktionssprecher Kronauer mit. Er gibt damit den Hinweis auf die energetische Sanierung des Bürgerhauses, der begonnen Sanierung der Kindertagesstätte am Stärkmühlweg oder der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Seebachgrundschule. Auch dort konnten energetische Sanierungsmaßnahmen mit Förderung des Bundes und seinem Konjunkturpaket II ausgeführt werden.

 

„Es sind für die Stadt Osthofen erste Schritte. Und deshalb kann unsere Resolution mit der Forderung des Ausstiegs aus der Atomenergie nur folgerichtig sein. Die Menschen in Osthofen und der Region haben ein Recht auf Sicherheit. Die Abschaltung des Uralt-Atomkraftwerks Biblis muss dauerhaft bleiben“, so der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Alexander Ebert. „Und mit dem Ausstieg aus der Atomenergie muss auch dann klar die Endlagerung geklärt werden. Aus meiner Sicht wird heute Atommüll produziert, mit dem viele nachfolgende Generationen zu tun haben werden. Wir wollen eine zukunftsfähige und generationengerechte Energiepolitik. Wir wollen nicht die Verschiebung von Lasten auf kommende Generationen“, begründet Kai Kronauer die Resolution abschließend.

 

Alexander Ebert

 

Veröffentlicht am 20.04.2011 von Peter Martens