Ehrenamt stützt Pflege – Landrat Görisch besucht das „Haus Jacobus“ in Osthofen

Ehrenamt stützt Pflege – Landrat Görisch besucht das „Haus Jacobus“ in Osthofen

Das ehrenamtliche Engagement ist im „Haus Jacobus“ ein wesentlicher Stützpfeiler der Pflege, die durch voranschreitende Demenzerkrankungen zunehmend verschärft wird. Dies erfuhr Landrat Ernst Walter Görisch bei einem Vor-Ort-Besuch und im Rahmen einer Gesprächsrunde mit Anwohnern, der Geschäftsführung des Hauses sowie mit Pflegefachkräften.

Zurzeit sind es rund 25 ehrenamtliche Helfer, die täglich einen Teil der Betreuung übernehmen und den Bewohnern Zeit widmen. Darunter befinden sich auch Schülerinnen und Schüler der IGS Osthofen sowie der Wonnegauschule. Das Altenheim hat mit Kristina Haller eine eigene Ehrenamtsbeauftragte. Die christlich geprägte Einrichtung legt großen Wert darauf, möglichst viel in Eigenregie zu organisieren wie beispielsweise die großen Bereiche Wäscherei und Küche. „Auch ein Seelsorger in Vollzeit ist bei uns angestellt“, sagte Geschäftsführerin Manuela Haller.

 

Ein wahres „Erfolgsmodell“ ist das sogenannte „Service-Wohnen“. Kürzlich wurde hierzu „Haus IV“ eröffnet, so dass inzwischen 125 Wohnungen zur Verfügung stehen. Bis zu drei Jahre betrage jedoch oft die Wartezeit, da die Nachfrage nach solchen altersgerechten Wohnformen sehr groß sei, berichtete Rosalinde Dinges, die sich als Geschäftsführerin federführend um diesen Geschäftsbereich kümmert. Durch das sogenannte „Service-Wohnen“ soll eine größtmögliche Eigenständigkeit der Bewohner gewährleistet sein. Hierbei leben die Senioren in modernen und barrierefreien Ein-, Zwei- oder Drei-Zimmerwohnungen und können bei Bedarf zusätzliche Unterstützungs- und Pflegeleistungen hinzu „buchen“. „Die Bewohner sehen dies als ihr neues Zuhause“, sagte Frau Dinges. Viele Mieter sind zudem ehrenamtlich tätig und unterstützen beispielsweise die Tagespflege im „Haus Jacobus“, verkaufen im hauseigenen Kiosk oder backen Kuchen für die Heimbewohner.

 

Herausforderung Demenz und Dokumentation

 

Bei einer Gesprächsrunde mit Mietern erfuhr Landrat Görisch einiges über die Sorgen und Nöte der Senioren. Er informierte zugleich über die Initiativen des Kreises, für ältere Menschen lebenswerte Rahmenbedingungen in der Region zu schaffen. So sei die Pflegestrukturplanung, die jüngst vom Kreis fortgeschrieben wurde, eine wichtige Grundlage für die Seniorenpolitik der Kommunen. Sie enthält unter anderem Daten zur Versorgungssituation und Prognosen über die zukünftige Altersstruktur und Pflegebedürftigkeit im Kreis.

 

Ein wichtiges Thema war für die Bewohner die Mobilität. Die Linienbusverbindung, die vom Kreis eingerichtet wurde sowie der „Bürgerbus“ der Arbeiterwohlfahrt Osthofen seien hier sehr hilfreiche Angebote. Auf Anregung der Bewohner will sich Görisch nun dafür einsetzen, dass die Bushaltestelle am „Haus Jacobus“ attraktiver gestaltet und nach Möglichkeit auch eine Unterstellmöglichkeit angeboten wird.

 

Abschließend tauschte sich Landrat Görisch mit der Heim-, Pflegedienst- sowie den Wohnbereichsleitungen aus. Rund 170 Beschäftigte hat die Einrichtung, von denen wiederum 100 in der Pflege tätig sind. Der hohe Verwaltungsaufwand für Pflegedokumentationen sowie die Zunahme der Demenzerkrankungen stellten das Pflegepersonal vor immer größere Herausforderungen. Görisch betonte, dass ein Schwerpunkt insbesondere auch auf den vorbeugenden Maßnahmen liegen müsse, um Demenz zu verzögern. Zudem will der Landrat den hohen Dokumentationsaufwand künftig noch stärker bei den zuständigen Stellen thematisieren.

Veröffentlicht am 28.02.2012 von Peter Martens