Fulminanter Abschied für den Bürgermeister – Bernd Müller geht in den Ruhestand

Fulminanter Abschied für den Bürgermeister – Bernd Müller geht in den Ruhestand

(Wormser Sonntagsblatt 05.02.2012) „Hätte ich gewusst, wie viel Lob und wie viele Dankesworte ich bekommen würde, hätte ich noch einmal kandidiert“, schmunzelte Bürgermeister Bernd Müller in gewohnt humorvoller Weise bei seiner Abschiedsveranstaltung im Bürgersaal der Stadt Osthofen.

Zahlreiche Gäste und Ehrengäste waren gekommen, und das freute ihn sichtlich. Es war eine lockere Veranstaltung, was vor allem dem ersten Beigeordneten Wolfgang Itzerodt zu verdanken war, der die Amtgeschäfte Müllers bis zur Neuwahl des Bürgermeisters wahrnehmen wird. Er nannte Daten, beschrieb das Lebenswerk Müllers, gespickt mit lustigen Pointen, und führte so unterhaltsam durch den Abend, der nach dem offiziellen Teil bei Wein und leckerem Büffet ausgiebig gefeiert wurde. Musikalisch umrahmten Claudia Loth an der Querflöte und Sandra Hacker an der Gitarre den Dienstagabend.

 

 „Ein erfüllter Wunsch zieht immer einen weiteren nach sich“ beschrieb Itzerodt den beruflichen Werdegang von Bernd Müller. Nach seiner Ausbildung zum Kaufmannsgehilfen 1963, der anschließenden Tätigkeit als Verwaltungsangestellter und Kämmerer der Stadt, wurde Müller 1995 zum Bürgermeister gewählt. Mit großer Mehrheit wählte man ihn auch 2003 in die zweite Amtsperiode. „Neben seinen Aufgaben als Bürgermeister engagierte er sich in zahlreichen Ausschüssen“, so Itzerodt.

 

In den17 Jahren Amtszeit Müllers wurden viele Projekte realisiert, von der Ausstattung der Feuerwehr, über die energetische Sanierung der Seebachschule, der Einrichtung von IGS und Jugendhaus, bis zum Mammutprojekt Bahnhof und Unterführung in der Friedrich-Ebert-Straße. „Seine Amtsführung war geprägt von Kampfesgeist, mit dem er seine Ziele zum Wohl der Bürger durchsetzte“, sagte Laudator Itzerodt. Ein Markenzeichen Müllers seien Schlagfertigkeit und Humor, wobei er niemals die Ernsthaftigkeit eines Themas außer Acht ließ. Sein Berufsleben habe Müller der Stadt Osthofen gewidmet, beschrieb Itzerodt den Mann, der so viele Jahre die Geschicke der Stadt lenkte.

 

Er habe eine beachtliche Infrastruktur entwickelt und die Stadt zukunftsfähig vorangebracht, lobte Landrat Ernst Walter Görisch. Er hoffe, dass Müller weiterhin der Politik im Kreistag als Ehrenamtlicher erhalten bleibe.

 

SPD-Fraktionschef Kai Kronauer beschrieb Müllers Humor und das Durchsetzungsvermögen für die Sache. Und Hans-Peter Knierim (CDU) erinnerte daran, dass trotz Meinungsverschiedenheiten doch immer das Wohl Osthofens im Vordergrund stand. „Er hat den Auftrag der Wähler voll erfüllt und seine Politik war stets von Nachhaltigkeit geprägt „, betonte FWG-Fraktionschef Klaus Mehring. Dankesworte, stellvertretend für alle Bürgermeister im Landkreis, sprach Steffen Unger, VG-Chef in Alzey-Land. Er lobte die gute fachliche Zusammenarbeit mit Müller und nannte ihn einen energischen Verhandlungspartner, wenn es um die Belange der Stadt Osthofen ging. Das unterstrich der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel. „Bezeichnend für Müllers Politik war auch, über den Tellerrand hinauszuschauen und die Belange der Region in seine Entscheidungen einzubeziehen“, sagte er.

 

In seiner Abschiedrede betonte Müller, dass in all den Jahren, beginnend als 14-Jähriger bis heute mit fast 64 Jahren, die Stadtverwaltung Osthofen seine Heimat geworden sei. Er dankte seinen Mitarbeitern und dem Stadtrat, mit dessen Hilfe rund 50 Millionen Euro für Projekte zum Wohl der Stadt investiert werden konnten. Nun seien die Weichen für ein Medizinisches Versorgungszentrum gestellt und es gelte, dies voranzutreiben. Sein Dank ging insbesondere an Ehefrau Christel, die ihm den nötigen Rückhalt für seine Arbeit gab.

 

Bild: Bernd Müller und Ehefrau Christel mit dem Ersten Beigeordneten Wolfgang Itzerodt

 

Bea Witt

Veröffentlicht am 05.02.2012 von Peter Martens