Nicht alle wollen „Dreier“ – SPD, CDU und Bürgerinititative erläutern ihre Postionen

Nicht alle wollen „Dreier“ – SPD, CDU und Bürgerinititative erläutern ihre Postionen

(Margit Knab, WZ) Fehlinformationen, Halb- oder Ganzwahrheiten? SPD, CDU und die BI sind vor dem Bürgerentscheid am 11. März in die Öffentlichkeit gegangen, um im persönlichen Gespräch ihre Sichtweisen zur angestrebten Verschmelzungen mit der VG Eich oder der VG Westhofen zu erläutern. Den größten Zulauf hatte dabei die örtliche SPD, die mit einem „Thementag“ im Bürgerhaus punktete.

Unter den 53 Bürgern, die bei den Sozialdemokraten ihr Informationsbedürfnis stillen wollten, war auch Ehrenbürger Walter Konrad. Der ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende outete sich als Befürworter der sogenannten „3er-Lösung“. Zuerst ein Zusammengehen mit der VG Eich, anschließend der freiwillige (oder verordnete) Schulterschluss mit der VG Westhofen, „das ist für mich die kommende Verbandsgemeinde Wonnegau“. Die darin vereinten Ortschaften müssten heute, wie vor 200 Jahren“ einfach wieder zusammengeführt werden, so seine Meinung. Ähnlich die Aussage von Ernst-Heinrich Ahl, Vorsitzender des Weinringes. Als Winzer sieht er sich in hohem Maße abhängig von einem florierenden Tourismus in einer „Verbandsgemeinde Wonnegau“, „mit deren Pfunden wir wuchern können“. Nicht konform ging er mit den Vorwürfen, die Bürger seien nicht ausreichend über die Auswirkungen möglicher Fusionen informiert worden. „Selbst aktiv werden und Erkundigungen einholen“, das sei für ihn von Anfang an die Marschrichtung gewesen. Und dabei habe er erfahren, dass bei einem Zusammengehen mit der VG Eich bis 2024 eine separate Abwasserberechnung garantiert ist. „Ein ganz wichtiger Kostenfaktor in meinem Winzerbetrieb.“

 

Er lobte die „klaren Verhältnisse“ die von der VG Eich geschaffen wurden im Gegensatz zur VG Westhofen, die sich „zuerst ohne Interesse an einer Fusion“ gezeigt habe. Als bedauerlich bezeichnete Ernst-Heinrich Ahl die emotionalen Diskussionen unter den Bürgern. „Da sind sogar innerhalb der Familien und im Freundeskreis Gräben aufgebrochen, die nur schwer zu schließen sein werden“.

 

Als Wehrleiter der freiwilligen Feuerwehr und stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur sondierte Klaus Anders die Situation. Für den Feuerwehrmann ist die „3er-Lösung“ heute wie morgen Fakt, „denn im Ernstfall, wenn Bürger unsere Hilfe brauchen, kennen wir keine VG-Grenzen“.

 

Obwohl am Informationsstand der CDU im Gewerbegebiet eigentlich nur ihr Landratskandidat Dr. Markus Bachen präsentiert werden sollte, ging man Bürgergesprächen in Sachen Fusion nicht aus dem Weg. Der parteilose Wilfried Wendel hat sich „persönlich ein Bild über geplante Fusionen gemacht“. Für ihn ist es teilweise befremdend, wie man miteinander umgegangen ist. Seinem geografischen Blickfeld entsprechend sprach er sich, „auch als Sympathisant der BI“, für den Zusammenschluss mit Westhofen aus. „Eine ‚3er-Lösung‘ sehe ich zurzeit nicht“. Kritisch merkte Wilfried Wendel an, dass die CDU und die Bürgerinitiative zu spät in die Diskussion eingestiegen sind. „Hoffentlich wird deren Anliegen noch von den Bürgern wahrgenommen.“

Veröffentlicht am 27.02.2012 von Peter Martens