Fusion ist besiegelt: Osthofen und VG Westhofen unterzeichnen Vereinbarung – Einmütigkeit für das Bündnis

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Fusion ist besiegelt: Osthofen und VG Westhofen unterzeichnen Vereinbarung – Einmütigkeit für das Bündnis

(WZ) Fusion – Klappe, die zweite. Zum zweiten Mal hat ein Osthofener Verwaltungsoberhaupt am Sonntag seine Unterschrift unter einen Vertrag über den Zusammenschluss mit einer Kommune zu einer neuen Verbandsgemeinde gesetzt. Amtlich ist damit auch die Rücktrittsklausel, mit der beide Kommunen vereinbart haben, die Fusion wieder rückgängig zu machen, falls das Land nach Ablauf der Freiwilligkeitsphase am 30. Juni nicht die angekündigten Zwangsfusionen verhängt.

Offiziell ab 1. Juli 2014

 

Am 3. November 2011 unterzeichneten der seinerzeitige Osthofener Stadtchef Bernd Müller und der Eicher VG-Bürgermeister Gerhard Kiefer die Zweckvereinbarung zur Gründung der VG Eich-Osthofen, zu deren Vollzug es wegen des Bürgerentscheids in Osthofen jedoch nicht kam. Wolfgang Itzerodt, Erster Beigeordneter und kommissarischer Verwaltungschef in Osthofen, und der Westhofener Verbandsbürgermeister Walter Wagner besiegelten nun im Osthofener Rathaus mit ihren Signaturen ihren Willen, gemeinsam die Verbandsgemeinde Wonnegau zu gründen. Sie wird am 1. Juli 2014 offiziell in Kraft treten. Ab 1. Januar 2013 sollen die beiden Verwaltungen schrittweise zusammengeführt werden.

 

Möglicherweise steckt ja das Erbe der Vangionen dahinter, die einst die Gegend um Worms besiedelten und auf die der Name „Wonnegau“ zurückgehen soll. Jedenfalls bemerkte Wolfgang Itzerodt, die Osthofener seien ein streitbares Völkchen. „Es waren die Bürger, die diese Unterschrift letztlich ermöglicht haben“, sagte er und verdeutlichte noch einmal, dass 83, 8 Prozent derer, die sich am Bürgerentscheid beteiligten, für einen Zusammenschluss mit der Verbandsgemeinde Westhofen gestimmt hätten.

 

Zum anderen, befand der Erste Beigeordnete, sei auch das Thema Fusion offenbar so neu gar nicht. Denn: „Wenn irgendwo Gelder da sind, haben andere schon vor Jahrhunderten geschaut, ob man sie nicht auch in andere Kanäle fließen lassen könnte“, meinte er mit augenzwinkerndem Blick auf die Osthofener Finanzkraft.

 

Einmütigkeit für das Bündnis


Der VG-Rat habe einstimmig dem Zusammenschluss zugestimmt und in den zehn Ortsgemeinderäten habe es lediglich zwei Enthaltungen und eine Nein-Stimme gegeben, die sich gegen die Rücktrittsklausel gerichtet habe, hob der Westhofener Verbandsbürgermeister Walter Wagner noch einmal die große Einmütigkeit in der VG Westhofen für das Bündnis mit der Stadt Osthofen hervor. Er erinnerte allerdings auch daran, wie er zuvor durch die Ortsgemeinden „getingelt“ sei und dafür geworben habe. Unerwähnt ließ er auch nicht, dass von echter Freiwilligkeit keine Rede sein könne, da beide Kommunen auf der Liste des Landes stünden, die zwingend einen Partner benötigten.

 

Zur feierlichen Unterzeichnung waren zahlreiche Gäste in den Ratssaal gekommen. Landrat Ernst Walter Görisch gratulierte, dass die Fusionsvereinbarung so schnell habe unterschriftsreif vorbereitet werden können und der Zusammenschluss „von einer breiten Basis unter den Bürgern getragen wird“. Er sei überzeugt, dass die VG Wonnegau eine leistungsfähige Einheit sein werde.

 

Auch der Osthofener Ehrenbürger Walter Konrad ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, diesem historischen Ereignis beizuwohnen. Zudem waren fast alle Ortsbürgermeister der VG Westhofen gekommen sowie Mitglieder des VG-Rates. Die Osthofener SPD-Stadtratsfraktion fehlte dagegen fast komplett, auch der ehemalige Bürgermeister Bernd Müller war nicht gekommen.


Anmerkung des Ortsvereinsvorstandes

Aufgrund der bereits bestehenden Urlaubszeit und des sehr kurzfristig angesetzten Termins zur Vertragsunterzeichnung konnten in der Tat nicht alle Fraktionskolleginnen und -kollegen anwesend sein. Wichtig ist, dass die Zukunft der Stadt Osthofen in einer neuen Verbandsgemeinde gesichert ist. Das einige Mitglieder unserer Stadtratsfraktion am Sonntagvormittag nicht zur Vertragsunterzeichnung anwesend waren, zeigt nicht, dass einzelne Stadtratsmitglieder das Ergebnis des zurückliegenden Bürgerentscheids nicht akzeptieren oder die Fusion aus der verbandsfreien Stadt Osthofen und der Verbandsgemeinde Westhofen nicht akzeptieren.

Veröffentlicht am 27.06.2012 von Peter Martens


Es lebe die Freiheit! – SPD-Verband und Jungsozialisten in der VG Monsheim laden ein

Aus der Vergangenheit lernen und rechtsextremem Gedankengut entgegentreten, ist auch ein Anliegen des Fraktionsvorsitzenden der SPD im rheinland-pfälzischen Landtag, Hendrik Hering, MdL. Deshalb wird er zum Auftakt seiner „Sommertour 2012“ die Veranstaltung begleiten. Der SPD-Verband der VG Monsheim lädt zusammen mit dem Juso-Verband in der VG Monsheim und der Landtagsabgeordneten Kathrin Anklam-Trapp zum Besuch der Sonderausstellung „Es lebe die Freiheit – Junge Menschen gegen den Nationalsozialismus“ in der Gedenkstätte KZ Osthofen ein. Der Besuch findet statt am 4. Juli 2012 ab 18.30 Uhr.

Woher nahmen Jugendliche damals den Mut, sich gegen das menschenverachtende Regime der Nationalsozialisten aufzulehnen? Wie ist Widerstand möglich in einer Zeit, in der jedes Aufbegehren mit schwersten Strafen geahndet wird?

 

Solchen Fragen widmet sich die Ausstellung in der Gedenkstätte. Der Frankfurter Studienkreis Deutscher Widerstand 1933 – 1945 hat dafür die Lebensläufe von rund 20 jungen Frauen und Männern aus allen Regionen Deutschlands zusammengetragen und in Einzel- und Gruppenbiografien dargestellt:  Gertrud Liebig, eine junge Gewerkschafterin aus Frankfurt hatte verbotene Zeitschriften und Flugblätter gegen das NS-Regime verteilt und ging dafür in Haft. Walter Klingenbeck, ein 17-Jähriger aus München, hörte ausländische Radiosender und malte das Widerstandszeichen „Victory“ an Häuserwände; er büßte seinen Mut mit dem Tod. Gezeigt werden auch die Schicksale der bekannten Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ oder den „Edelweißpiraten“.

 

„Mit kurzen prägnanten Texten, zahlreichen Fotos und Dokumenten wendet sich die Ausstellung besonders an Jugendliche, um ihnen deutlich zu machen, dass nicht alle Menschen in der NS-Zeit zu Mitläufern oder Mittätern wurden“, betont Anklam-Trapp. „Die Beispiele sollen auch Mut machen, gegen den Strom zu schwimmen, wenn man von einer guten Sache überzeugt ist.“

Veröffentlicht am 26.06.2012 von Peter Martens