Landtagsabgeordnete besucht IGS in Osthofen

Landtagsabgeordnete besucht IGS in Osthofen

Eine interessante Gesprächsrunde entwickelte sich beim Schulbesuchstag von MdL Kathrin Anklam-Trapp (SPD) in der IGS Osthofen mit Schülern der 10e und Klassenlehrerin Carolin Wenzig.

Auch hier ging die Politikerin zunächst auf die Reichspogromnacht am 9. November 1938 und die schreckliche Gewaltherrschaft der Nazis ein. Und wie in der Wonnegauschule wurde der Fall der Berliner Mauer 1989 besprochen. Die Freude darüber machte Anklam-Trapp mit eigenen Erinnerungen innerhalb ihrer Familie deutlich: „Die Mauer ist gefallen!“, habe man gejubelt. Endlich konnten bisher getrennte Familienmitglieder wieder zusammenfinden!

Durch die Argumente der Jugendlichen wurde die Rechte Szene beleuchtet. „Lieber bunt als braun“, sagte die Politikerin. Als Demokratin werde sie bei jeglichen Aufmärschen der NPD immer bei friedlichen Gegendemonstrationen mitmarschieren. „Wir wollen das rechte Gedankengut nicht und das ist eine Möglichkeit sich zu wehren.“

Ein Schüler sagte „Es ist unvorstellbar, was damals passierte. Ich glaube, so etwas wiederholt sich nicht. Die paar Glatzen sind einfach zu wenig informiert und können sich nicht einfühlen in Menschen, die wegen ihrer Abstammung ausgegrenzt werden.“

„Warum wird die NPD zugelassen, eine Partei, die Verbrechen unterstützt und sogar Morde begeht?“ wollte ein Schüler wissen. Man habe lange Zeit die Döner Morde nicht im Zusammenhang mit Neonazis gesehen, betonte die Abgeordnete. Inzwischen ist ein NPD- Verbotsverfahren ihrer Partei gescheitert. „Nur wenn alle Bundesländer einverstanden sind, kann ein Verbot erwirkt werden. Die verfassungsfeindliche NPD bekäme dann auch keine Steuermittel mehr. Derzeit fehlt aber noch Bayern.“

Zahlreiche Themen wurden angesprochen, wie der Datenschutz und die Videoüberwachung an öffentlichen Platzen. Schulleiter Thomas Maar informierte auch zur Stasi der DDR und Willkür des Staates. „Wer nicht staatskonform war, bekam Repressalien zu spüren.“

Schließlich kam man auf die Organspende zu sprechen, wobei Anklam-Trapp nicht nur ihren Spenderausweis zeigte, sondern umfassende Ausführungen zu dem wichtigen Thema machte. Ihr Appell als gesundheitspolitische Sprecherin und ehemalige Krankenschwester, wo sie aufgrund fehlender Spenderorgane Tragisches erlebte: „Macht Euch Gedanken!“

„Das war ja total interessant, am liebsten hätten wir alle noch weitergeredet“, sagte eine Schülerin nach der Gesprächsrunde. Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit beim Besuch des Mainzer Landtags. Denn auch diese Schüler wurden von der Abgeordneten zu einem Besuch eingeladen.

BU: Schüler der Klasse 10e der IGS Osthofen mit Klassenlehrerin Carolin Wenzig (links), Schulleiter Thomas Maar und MdL Kathrin Anklam-Trapp.

Veröffentlicht am 13.11.2012 von Alexander Ebert