SPD-Bundestagskandidat: Marcus Held setzt sich gegen Timo Horst durch

SPD-Bundestagskandidat: Marcus Held setzt sich gegen Timo Horst durch

(AZ) Mit klarer Mehrheit hat die SPD Marcus Held zu ihrem Kandidaten für die nächste Bundestagswahl nominiert. Erwartungsgemäß ließ der Oppenheimer Stadtbürgermeister am Samstagnachmittag im Alzeyer Gustav-Heinemann-Schulzentrum seinen parteiinternen Mitwerber um die Nachfolge von Klaus Hagemann, den Wormser Timo Horst, deutlich hinter sich. „Es gibt einen Sieger, aber keinen Verlierer“, unterstrich nach der Wahl der Landtagsabgeordnete und Wormser SPD-Vorsitzende Jens Guth. Die Wormser SPD hatte im Vorfeld Timo Horst, Ortsvorsteher von Hochheim und stellvertretender Vorsitzender des Unterbezirks, favorisiert. Horst solle nun als weiterer Listenkandidat „deutlich machen, dass der Wahlkreis zusammenbleibt“, so Guth.

Dass sowohl Marcus Held wie auch Timo Horst „angesehene Bewerber mit einem klaren Profil“ seien, hatte zur Begrüßung die Gastgeberin und Vorsitzende des Unterbezirks Alzey-Worms, Kathrin Anklam-Trapp, betont.

 

Diese, beide begleitet von ihren Ehefrauen und dem jeweils wenige Monate alten Nachwuchs, stellten in ihren Bewerbungsreden vor allem die soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt. Der 35-jährige Held verwies auf seine 20-jährige politische Aktivität und Verwurzelung in der SPD im Worms-Alzeyer Raum und auf bisherige Erfolge wie die Oppenheimer Tafel, die Sperrung der B 9 für mautflüchtige Lkw und das Rheinradeln. Als langjähriger Mitarbeiter Klaus Hagemanns, der ihm stets „ein großes Vorbild“ gewesen sei, habe er „viel über Menschen gelernt“ und kenne die Arbeit im Wahlkreis und den Alltag eines Bundestagsabgeordneten.

 

Solidarität mit Menschen in Not: Das sei ein wichtiger Pfeiler seiner Arbeit, so der demnächst 33 Jahre alte Timo Horst, der auch Vorsitzender der Wormser Arbeiterwohlfahrt ist: „Ungleiche Bezahlung von Leiharbeitern oder zwischen Männern und Frauen regt mich auf“; ein Mindestlohn sei „der Urkern von Gerechtigkeit“. Einst habe ihn Klaus Hagemann „mit einem Jungwählerbrief in die SPD geholt“, Gewerkschafts- und Juso-Tätigkeit hätten ihn maßgeblich geprägt.

 

Als Unterstützerin von Marcus Held hatte Anklam-Trapp zuvor betont, dass die notwendigen Merkmale des Kandidatenprofils vor allem auf den Oppenheimer Stadtchef zuträfen. Überdurchschnittliches politisches Engagement, hohe persönliche Integrität, Anerkennung in der Gesellschaft, hoher Bekanntheitsgrad und kommunales Wirken kennzeichneten Marcus Held. Er sei „Ideengeber und Motor“ und beherrsche „Marktplatzrede wie leises Bürgergespräch“. Auch der Mainz-Binger Landrat Claus Schick nannte Held „ein absolutes politisches Naturtalent“.

 

Der Wormser OB Michael Kissel verzichtete in seiner Unterstützungsrede für Timo Horst dagegen ganz darauf, auf dessen persönliche Eigenschaften und Verdienste zu verweisen, sondern formulierte statt dessen das Profil eines wünschenswerten Kandidaten: „Zu unseren bisherigen Abgeordneten haben wir immer aufschauen können, wir konnten stolz auf sie sein: Sie sind als anständige Sozialdemokraten durch ihr politisches und privates Leben gegangen.“ Kissel appellierte an die Delegierten, „mit Herz und Verstand als unabhängige Menschen“ ihre Stimme abzugeben. Diese Unabhängigkeit haben zwar offensichtlich einige in Anspruch genommen, denn Timo Horst bekam mehr Stimmen, als Wormser Delegierte anwesend waren. Es reichte gleichwohl nicht. Horst gratulierte Held sofort und betonte: „Ich stelle mich gerne in den Dienst der Sache.“

 

 

ZAHLEN UND FAKTEN

 

Von 169 eingeladenen Delegierten waren 163 ins Gustav-Heinemann-Schulzentrum nach Alzey gekommen.

Für Marcus Held als SPD-Bundestagskandidaten stimmten bei einer Enthaltung 104 Delegierte, für Timo Horst 58.

Der Unterbezirk Alzey-Worms bildete mit 74 Delegierten die größte Abordnung, der südliche Kreis Mainz-Bingen war mit 45 Männern und Frauen vertreten, der Unterbezirk Worms mit 44.

Der Wahlkreis 207 mit rund 200 000 Wahlberechtigten umfasst die Stadt Worms, den Landkreis Alzey-Worms und den südlichen Landkreis Mainz-Bingen.

STIMMEN

Marcus Held: „Wir müssen nicht alle Sekt miteinander trinken, aber zusammen unser politisches Ziel verfolgen.“

Klaus Hagemann: „Den Praktikanten-Spleen, wie manche sagen, werde ich bis zum Ende meines Bundestagsmandats weiter pflegen – vielleicht komme ich noch auf 1000.“

Veröffentlicht am 26.11.2012 von Alexander Ebert