Auf den Spuren Lassalles und Weißheimer – SPD-Ortsverein beging 100jähriges Jubiläum mit Dr. Peter Struck / Auf historischen Pfaden der Sozialdemokratie

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Auf den Spuren Lassalles und Weißheimer – SPD-Ortsverein beging 100jähriges Jubiläum mit Dr. Peter Struck / Auf historischen Pfaden der Sozialdemokratie

OSTHOFEN (NK) In diesem Jahr kann der SPD-Ortsverein Osthofen seinen 100. Geburtstag feiern. Zur Festveranstaltung hatte am gestrigen Freitagabend Alexander Ebert, der Ortsvereins- und stellvertretende Unterbezirksvorsitzende in die Aula der dortigen Realschule eingeladen. Der SPD-Chef konnte dazu einen ganz besonderen Gast in Osthofen empfangen: den ehemaligen Bundesminister der Verteidigung und heutigen Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Peter Struck.

Ebert begrüßte die Gäste, nachdem das Wonnegauer Blasorchester musikalisch den Festakt eröffnete. Er gab einen kurzen Rück- wie Ausblick auf das Erreichte und was die Sozialdemokraten in der Zukunft beschäftigen wird.

 

Auf die ruhmreiche Geschichte des Ortsvereins ging der Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bürgermeister der Stadt, Klaus Hagemann ein. Die Laudatio hielt der Gast aus Berlin, freudig wie feurig. Er gratulierte seinen Genossen in Rheinhessen und rief ihnen „Glück auf“ zu.

 

Zur Veranstaltung, zu der auch Gäste anderer Ortsvereine, wie auch die Kandidatin für das Europaparlament und Landtagsabgeordnete Jutta Steinruck und Kathrin Anklam-Trapp, MdL, gekommen waren, trug darüber hinaus musikalisch auch die „Eintracht“ bei.

Zuvor allerdings gab es einen eher privaten Empfang im traditionsreichen Weingut Steinmühle der Familien May-Weißheimer. Ein schöner Anlass zum Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten im stilvollen Weingut und seinem parkähnlichem Garten war der Besuch von Ferdinand Lassalle im Jahre 1864. Seinerzeit gleichermaßen geliebt und gehasst, war er einer der Gründerväter der heutigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Wobei er nach seinem damaligen Besuch in der Steinmühle, rege Kontakte nach Osthofen pflegte, insbesondere zum Komponisten Wendelin Weißheimer.

Der hohe Gast aus Berlin konnte sich so auf dessen Spuren begeben, denn die Familien May-Weißheimer luden zum „Entdecken und Genießen“ ein. Ebenso wie es auch Richard Wagner, einer der Freunde Weißheimers tat. Weinkultur und Lebensfreunde erlebe Struck hautnahe. Denn herzlich war der Empfang in lockerer Atmosphäre.

Mit einem engagierten wie kurzweiligen Vortrag über die Begegnung Lassalles, dem Wortführer der frühen Arbeiterbewegung, mit Wendelin und Johann Weißheimer, erläuterte Thomas Goller auch die Osthofener Geschichte zu den bedeutenden Persönlichkeiten.

Bürgermeister Bernd Müller überreichte ein flüssiges Gastgeschenk, wie auch – wie selbstverständlich – der Hausherr, Hans Friedrich May. Vom Weinbautechniker und Kellermeister befindet sich nun ein ganz besonderer Tropfen im Weinkeller von Peter Struck wieder: „Opus 734“ eine trockene Sylvaner Spätlese.

 

Rudolf Uhrig

 

Der NK hat HIER eine zusätzliche Bilder-Galerie zu Peter Strucks Besuch erstellt.

Veröffentlicht am 27.04.2009 von Peter Martens


Stolzer Blick auf das Erreichte – Osthofener SPD feiert 100-jähriges Bestehen / Peter Struck als Ehrengast

OSTHOFEN (WZ) Höhepunkt für die Sozialdemokratie im Wonnegau: Der Osthofener SPD-Ortsverein feierte am Freitag 100-jähriges Bestehen. Mit vielen Ehrengästen aus der Politik feierten die Genossen ihr großes Jubiläum. Prominentester Gast war Fraktionschef Peter Struck aus Berlin.

„Was sind das für Straßen in Osthofen“: Der erste Kommentar von Peter Struck auf dem Parkplatz war so gar nicht festlich. Doch es passte zum gemütlichen Auftakt in der Steinmühle, wo einst die Sozialdemokratie in der Gemeinde einen entscheidenden Anstoß bekam. Einer der Urväter der Osthofener Genossen war Wendelin Weißheimer. Der Komponist fand über Ferdinand Lassalle zurr Arbeiterbewegung. 1864 kam es in der Steinmühle zur Begegnung der beiden, die Weißheimer nicht mehr vergessen sollte. Thomas Goller, Historiker und Nachkomme der Familie Weißheimer, erinnerte in einem Vortrag an jene Zeit. Vor allem um den Arbeitersängerbund bemühte sich Wendelin Weißheimer. Leidenschaftlich dirigierte er die großen Massenchöre. Als „Sohn des Volkes“ erwiesen ihm 30000 Arbeiter beim Begräbnis die Ehre.

 

Peter Struck lauschte aufmerksam den Ausführungen. Der Bundespolitiker schien sich in der Steinmühle wohl zu fühlen. Zur Feier des Tages zündete er sich die Pfeife an. Beim Wein zierte sich der Niedersachse aber etwas: „Ich muss doch noch was arbeiten.“ Im Plauderton erzählte Struck mit Bernd Müller, Klaus Hagemann und Co. Einen Kuss gab´s noch für die Seniorchefin Irmgard May-Weißheimer, ehe die gut gelaunte Geburtstagsrunde zum offiziellen Festakt in die Realschule weiterzog.

 

Dort feierten die Genossen mit dem „Wonnegauer Blasorchester“ und dem Gesangverein „Eintracht“ beschwingt den 100-Jährigen. „100 Jahre SPD bedeutet, Menschen sind seit 100 Jahren ehrenamtlich für eine gute Sache aktiv“, sagte der Osthofener SPD-Chef Alexander Ebert mit hörbarem Stolz.

 

Genaue Fakten über die Gründung sind im Übrigen rar. „Es gibt aus dieser Zeit wenig Dokumente“, konstatierte Klaus Hagemann. „Das einzige Dokument“, so erklärte der Bundestagsabgeordnete weiter, „ist ein Erinnerungspapier zum 40-jährigen Jubiläum 1949“. Aus dem Jahr 1911 sei zudem ein SPD-Antrag an die Gemeinde auf Nutzung von Räumlichkeiten überliefert – ein Beweis für die Existenz des Ortsvereins. Noch vorhanden ist indes die Traditionsfahne aus dem Jahr 1912, hinter der die Genossen Seit an Seit durch so manche brenzlige Situation schritten. Traditionsbewusst hatten die Sozialdemokraten die Fahne natürlich mit in die Realschule gebracht. Als Symbol für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität.

 

Diesen sozialdemokratischen Grundwerten fühlt sich auch Peter Struck verpflichtet. Der Mann aus Berlin nutzte den Festakt für ein paar kernige Aussagen zur Bundespolitik. Zurzeit sei die „Mindesteinheit“ in Berlin ohnehin eine Milliarde Euro. Von den Bankern erwartet Struck „Demut und Entschuldigung“. Der Fraktionschef blieb hart in der Sache, aber zurückhaltend im Ton. Polemik hätte der alten Dame SPD an diesem Abend nicht gut gestanden.

 

Claudia Wößner (WZ)

Veröffentlicht am von Peter Martens


In die Köpfe und Herzen der Kinder investieren – „Reiche in die Verantwortung nehmen“

BERLIN Die Sozialdemokratie steht für solide und ehrliche Steuerpolitik. Franz Müntefering bekräftigte, stärkere Schultern müssten ihren Teil der Verantwortung übernehmen: Für die Belebung der Konjunktur, für soziale Gerechtigkeit, aber vor allem für Bildung.

Steuersenkungsversprechen der Union von 25 Milliarden Euro und mehr erteilte der SPD-Parteivorsitzende im Interview mit dem Deutschlandfunk am Montag eine klare Absage. „Es geht darum, dass wir Bildungsaufgaben finanzieren müssen, dass wir mehr Geld brauchen dafür, dass wir in dem vorschulischen Bereich, in den Krippen, in den Kitas, aber auch in den Grundschulen kleine Klassen haben, dass die Kinder eine gute, qualifizierte Ausbildung bekommen.“

 

Eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes von 45 auf 47 Prozent sei daher zumutbar, unterstrich  Müntefering. „Das, was wir in die Köpfe und in die Herzen der Kinder investieren können, das ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Landes, und ich bin sicher das ist angemessen und auch zielführend.“

 

Anders als die Union will die SPD kleine und mittlere Einkommen stärken – etwa durch die Senkung des Eingangssteuersatzes von 14 auf zehn Prozent. Die Ausfälle für den Staatshaushalt betrügen nur einen Bruchteil der Unionsforderungen. „Wir müssen an der Stelle solide bleiben, und deshalb kann man auch nicht mit Geld um sich schmeißen“, mahnte Müntefering.

Experten: Reiche in die Verantwortung nehmen

Zunehmend sehen das auch Experten so, Wirtschaftswissenschaftler raten zu Steuererhöhungen für Spitzenverdiener: „Wir werden nicht darum herum kommen, die Reichen wieder stärker zu besteuern“, erklärte etwa Professor Robert Shiller von der Yale University und einer der angesehensten Ökonomen der USA. Shiller ist davon überzeugt, dass die Steuern für Reiche erhöhen müssen. Andere, wie der US-Ökonom Nouriel Roubini, untertsreichen gleichzeitig die Bedeutung von Bildungsinvestitionen: „Die Leute müssen die richtige Qualifizierung bekommen, um mithalten zu können.“

Veröffentlicht am 21.04.2009 von Peter Martens


Ministerpräsident verleiht Jugend-Aktiv-Preis beim SPD-Bürgerempfang in Wöllstein – Beck: „Ehrenamt is ein tiefes Bekenntnis zur demokratischen Gesellschaft“

ALZEY-WORMS/WÖLLSTEIN Der Bürgerempfang der SPD Alzey-Wormser im Gemeindezentrum stand ganz im Zeichen des Ehrenamtes. Ministerpräsident Kurt Beck referierte im bestens gefüllten Saal zum Thema “Ehrenamtliches Engagement“ und leitete elegant über zur Verleihung des Jugend Aktiv-Preises.

“Die Preisverleihung richtet sich in diesem Jahr an junge Menschen in Sport treibenden Vereinen, die bereits im jungen Alter Menschen unterstützen und trainieren“, betonte Kathrin Anklam-Trapp, die als Vorsitzende der SPD Alzey-Worms durch die rund anderthalbstündige Veranstaltung führte. “Es ist eine besondere Aufgabe, die diese jungen Menschen haben und sie haben unsere vollsten Anerkennung verdient“, lobte Anklam-Trapp das herausragende ehrenamtliche Wirken der insgesamt 14 Ausgezeichneten, die neben einer Urkunde zudem eine Einladung der SPD in den Speyerer Kletterpark erhielten.

 

Ministerpräsident Kurt Beck und Bundestagsmitglied Klaus Hagemann sprachen jedem Einzelnen ihre persönlichen Glückwünsche aus, und hatten für die Jugendlichen noch eine weitere Überraschung parat: So dürfen die Preisträger im August beim großen RPR-Jugend-Open Air in Mainz mit dabei sein und dort sogar einen Blick hinter die Kulissen werfen.

 

In seiner Rede ging der ehemalige SPD-Bundesvorsitzende ausführlich auf die immense Bedeutung und Wichtigkeit des Ehrenamts für die Gesellschaft ein: “Wir sollten uns nicht einreden lassen, dass es etwas Unschickliches ist, sich in der Demokratie für etwas Ehrenamtliches einzusetzen. Denn es ist Grundvoraussetzung dafür, dass unsere Gesellschaft überhaupt funktionieren kann“, hielt der 60-jährige ein flammendes Plädoyer für den freiwilligen Einsatz im Sinne des Gemeinwohls.

 

Es sei, so der Ministerpräsident, ein tiefes Bekenntnis zu einer demokratischen Gesellschaft, wenn man sich selbst engagiere: “Man muss diesen Menschen ein riesengroßes Dankeschön sagen, sie machen die Gesellschaft im immateriellen Sinne reicher und einen Teil der demokratischen Basis dieses Landes aus“, sagte Beck.

 

In einer modernen Gesellschaft gelte es, Grundlagen für Arbeitsplätze zu schaffen, die auch morgen und übermorgen noch vorhanden sind: “Wir dürfen nicht nach dem Maßstab ’Arbeit um jeden Preis‘ verfahren. Das ist falsch. Wir wollen eine anständige Arbeit mit allen Grundrechten, das muss unsere Orientierung sein“, umriss der Ministerpräsident seine Ziele und positionierte auch an vielen weiteren Stellen seine Standpunkte für den sozialdemokratischen Wahlkampf. Nur die ehrenamtlichen Funktionen könnten dafür Sorge tragen, dass die von ihm genannten Maßstäbe im Alltag aufrecht erhalten werden und lebendig bleiben könnten, unterstrich Beck , der in diesem Zusammenhang auch eine neue “Anerkennungskultur“ für das Ehrenamt einforderte.

 

Klaus Hagemann ging unterdessen auf das Jubiläum des Landkreises Alzey-Worms ein: “40 Jahre Landkreis bedeutet auch 40 erfolgreiche Jahre SPD Alzey-Worms. Es waren immer die Sozialdemokraten, die die entscheidenden Anstöße gegeben haben im Landkreis“, sagte der Bundestagsabgeordnete.

 

“Gesichter ändern sich, aber die Werte bleiben erhalten“, so Hagemanns Ansinnen.

 

Andreas Riechert (AZ)

Veröffentlicht am von Peter Martens


Gute Geschäfte dank Pharma – Druckhaus Seibert in Osthofen bleibt von Krise verschont

OSTHOFEN Von der Pharma-Industrie, die von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise bisher weitgehend verschont geblieben ist, profitiert auch das Osthofener Druckhaus Franz Seibert. „Heute zeigt sich, dass unsere damalige Entscheidung richtig war, uns der aufwändigen und mit hohen Kosten verbundenen Qualifizierung unserer Druckereiprodukte für die Pharmabranche zu unterziehen“, berichtete Geschäftsführer Franz J. Seibert dem Bundestagsabgeordneten Klaus Hagemann (SPD), der das Unternehmen kürzlich besuchte. Begleitet wurde der SPD-Bundespolitiker dabei von seinen beiden Fraktionskollegen im Osthofener Stadtrat, dem Fraktionsvorsitzender Kai Kronauer und Alexander Ebert, dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden. Angesichts der guten Lage denke man derzeit auch darüber nach, das Betriebsgelände noch etwas auszudehnen und weitere Hallenflächen zu schaffen.

Nur einige wenige Druckereien in der weiteren Region hätten das entsprechende „Qualitätsmanagementsystem“, um im pharmazeutischen Bereich drucken zu dürfen. Aufgrund dessen erreichen das Osthofener Familienunternehmen, das zurzeit 30 Menschen beschäftigt, verstärkt Anfragen aus diesem Bereich.

 

Seit über 30 Jahren ist ein großer Schweizer Pharmakonzern bereits Hauptkunde, für den beispielsweise Bedienungsanleitungen für Blutzuckermessgeräte in verschiedensten Sprachen produziert werden. Trotz der wirtschaftlich guten Situation des Unternehmens berichtete der Geschäftsführer sowie Ehefrau Gundi Seibert, die unter anderem für die Finanzen zuständig ist, von teilweise erheblichen Schwierigkeiten bei der Kreditvergabe durch die Hausbank, was Hagemann in ähnlicher Form bereits bei vielen anderen Gesprächen mit Mittelständlern in der Region erfahren hatte.

 

Insbesondere beim Papier fielen höhere Summen für die Vorfinanzierung an, die über Kredite finanziert werden müssten. Hagemann warb nachdrücklich für die vorhandenen Programme der staatseigenen KfW-Bank, die speziell auch für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) gemünzt seien. Auch darauf müssten die Banken aus Sicht des SPD-Bundespolitikers ihre Kunden hinweisen.

 

Um speziell die kleinen und mittelständischen Unternehmen zusätzlich zu fördern, sollten die Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank schließlich auch von den Banken an die Kreditnehmer weitergegeben werden, forderte der SPD-Abgeordnete. Ebenfalls sei das neue „Kredit- und Bürgschaftsprogramm“ speziell für KMUs, die kurzfristig in die Krise geraten sind, massiv auf ein Volumen von 115 Milliarden Euro ausgedehnt worden.

 

„Uns war wichtig, dass nicht nur Banken und Großunternehmen in der Krise staatliche Unterstützung erhalten können, sondern vor allem auch der Mittelstand als Rückgrat unserer Wirtschaft gestärkt wird“, betonte der SPD-Politiker. In Rheinland-Pfalz werde das Programm über die Investitions- und Strukturbank (ISB) in Mainz abgewickelt beziehungsweise bei größeren finanziellen Umfängen über die staatseigene KfW-Bank und den Bund.

 

Schließlich spielt im Osthofener Druckhaus auch die Umwelt eine immer größere Rolle. So sollen unter anderem Photovoltaik-Zellen auf den Hallendächern installiert werden und die Abwärme, die beim Druckvorgang durch die Maschinen entsteht, möglichst optimal genutzt werden.         

 

Bild: Geschäftsführer Franz J. Seibert (Mitte) erläutert MdB Klaus Hagemann sowie dem SPD-Stadtratsmitglied Alexander Ebert (rechts) die Druckmaschinen und den Druckvorgang.

Veröffentlicht am 11.04.2009 von Peter Martens